Geologische Karte 1:5.000.000 von Europa

Europa ist der bislang erste Erdteil, für den eine geologische Übersichtskarte nicht nur gedruckt, sondern auch als web map application im Maßstab 1:5.000.000 vorliegt. Die farblichen Abstufungen in Karte und Legende beziehen sich auf das Alter der Gesteine. Selbst für Laien werden durch diese Art der Darstellung die Grundzüge der Geologie von Europa rasch verständlich. Österreich hat als kleines Land mit seinem Territorium Anteil an einer überraschend großen Anzahl von unterschiedlichen geologisch-tektonischen Großeinheiten. Dies ist die Hauptursache für die landschaftliche Vielfalt unseres Landes.

Ausschnitt der Geologische Karte von Europa mit Österreich und seinen Nachbarländern
Ausschnitt aus: Asch, K.: Die 1:5.000.000 Internationale Geologischen Karte von Europa und den angrenzenden Gebieten.
© BGR

Die „Internationale Geologische Karte von Europa und Angrenzenden Gebieten (IGME 5000)“ wurde unter der Ägide der „Kommission für die geologische Karte der Welt“ (CGMW) an der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Deutschland erstellt. Auf der Karte, an deren Entstehung 48 europäische und benachbarte Länder aktiv beteiligt waren, wird die Geologie des Präquartärs der kontinentalen und – zum ersten Mal in diesem Maßstab – auch der angrenzenden marinen Gebiete Europas dargestellt.

Vor einem Autogrenzübergang steht ein Schild. Auf dieser rechteckigen, weißen Tafel befindet sich in der Mitte der Bundesadler, oben der Schriftzug: Republik Österreich und unten: Grenzübergangsstelle.
Geologische Einheiten kennen keine politischen Grenzen und reichen oft über mehrere Länder
© Dieter Manhart

Die Karte zeigt die geologische Großgliederung des Kontinents auf einen Blick: Den präkambrischen Kraton des „Baltischen Schilds“ in Skandinavien, die daran anschließenden paläozoischen Rumpfgebirge der Kaledoniden und Varisziden, das in Mittel- und Südeuropa dominierende bunte Farbpuzzle des jüngeren alpidischen Gebirgsgürtels und schließlich die von Sedimenten bedeckten Plattformen und Beckenlandschaften.

Österreich im alpinen Gebirgsgürtel

Die Grenzen Österreichs umschließen im Norden ein Stück der Böhmischen Masse mit hauptsächlich variszisch geprägten Gesteinen. Der flächenmäßig das Bundesgebiet dominierende Gebirgskörper der Ostalpen setzt sich bogenförmig über die Westalpen der Schweiz bis zum Mittelmeer fort. In dem dichten Nebeneinander verschiedener Farben auf kleinem Raum drückt sich der extrem komplizierte geologische Bau dieses enggepressten Falten- und Deckengebirges aus.
Ähnliche Farbpuzzles charakterisieren auch die Fortsetzung des alpidischen Gebirgsgürtels in den Karpaten und Dinariden und lassen sich über den Balkan bis weit nach Osten verfolgen. Die hellgelben Farben der dazwischen liegenden „jungen“ Beckenlandschaften markieren die Ablagerungen der Paratethys, die zeitweise Verbindungen zum Mittelmeer, zur Nordsee und zum Indischen Ozean hatte.

» Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe