Geologische Karte 1:200.000 der Bundesländer

Für zahlreiche übergeordnete Planungsaufgaben, z.B. im Verkehrswege- und Leitungsbau, der Versorgung der Bauindustrie mit Massenrohstoffen oder der Nutzung von großen Grundwasservorkommen ist der Maßstab 1:200.000 bestens geeignet. Auch als Erstinformation für Fragestellungen auf lokaler Ebene wie dem Naturgefahren-Management, der Flächenwidmung oder der Ausweisung von Wasserschutzgebieten findet dieses Kartenwerk, das in enger Kooperation mit den geologischen Diensten der Bundesländer erstellt wird, intensiv Verwendung.

Ausschnitt der Bundesländerkarte Salzburg. Rechts unten eine Übersichtskarte von Österreich die die Verfügbarkeit der Kartenblätter zeigt.
Ausschnitt aus: Braunstingl, R. (Koord.): Geologische Karte von Salzburg 1:200.000
© Geologische Bundesanstalt

Die Legendenausscheidungen dieser Karten beziehen sich im Unterschied zu den geologischen Karten 1:5.000.000 und 1:2.000.000 bereits weitgehend auf lithostratigraphische Einheiten, also bestimmte Gesteinstypen. Aufgrund der Heterogenität der zur Kompilation verfügbaren geologischen Kartengrundlagen hinsichtlich des Forschungsstandes sind jedoch auch zahlreiche Sammelausscheidungen notwendig.

Im Vordergrund stehen einige Personen. Ein Mann hält eine geologische Karte in der Hand, zeigt auf sie und spricht dazu. Im Hintergrund befindet sich ein bewaldeter Hang und eine entlegene Ortschaft.
Bei vielfältigen Fragestellungen im Gelände liefert die Geologische Karte 1:200.000 wichtige Informationen.
© Andreas Megerle

Die Vergrößerung der Karteninhalte auf einen Maßstab jenseits von 1:100.000 sollte vermieden werden, denn dafür ist weder die topographische Grundlage noch dieGenauigkeit der geologischen Konturen geeignet!
Ergänzend zum Kartenwerk sind für die Bundesländer Niederösterreich, das Burgenland, Wien, die Steiermark, Salzburg und Vorarlberg in der Serie „Geologie der österreichischen Bundesländer“ teilweise umfangreiche Textbände erschienen.

Erkenntnisgewinn durch Datenkompilation

Die Kompilation einer geologischen Karte ist eine spezifische geologische Forschungstätigkeit. Im Zuge der Arbeiten entsteht eine Fülle neuer Erkenntnisse und Interpretationen, z.B. über fazielle und tektonische Zusammenhänge. Aus diesen Gründen ist die Mitarbeit von erfahrenen Spezialisten für jede großtektonische Einheit unverzichtbar. Nur sie kennen die den Ausgangskarten zugrunde liegenden Modellvorstellungen und bringen die nötige Erfahrung mit, wie die erforderlichen Generalisierungen und Interpretationen schlüssig durchgeführt werden können.
Die Bundesländerkarten 1:200.000 sind auch in technischer Hinsicht die bislang komplexesten geologischen Karten, die von der Geologischen Bundesanstalt je produziert wurden. Alleine die Geologische Karte von Niederösterreich umfasst mehr als 27.000 Polygone, also gegeneinander abgegrenzte geologische Körper. Die Herstellung solcher Karten ist nur mit Hilfe modernster Geographischer Informationssysteme (GIS) möglich.

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