MRI Peg II

Die permischen Pegmatite des Ostalpinen Kristallins
2019
Das Projekt MRI Peg II hat zum Ziel, (1) das Wissen um die Entstehung und Verbreitung von Lithiumführenden Pegmatiten weiter zu verbessern, (2) das Potential für seltene Elemente (Ta, Nb, Sn, Cs, Be) in Pegmatiten zu ermitteln und (3) das Lagerstätten-Potential am Spodumen-Pegmatitvorkommen im Defereggental zu untersuchen.
Spodumen-Pegmatit (Lachtal, Steiermark)
In den letzten Jahren ist das Interesse an Lithium(Li)-Lagerstätten aufgrund des wachsenden Bedarfs an Lithiumionenakkus stark gestiegen. In Österreich sind mehrere Pegmatite bekannt, welche den Lithium-Pyroxen Spodumen (LiAl(SiO3)2 führen. Jene auf der Weinebene (Koralpe/Kärnten) sollen bereits ab 2021 abgebaut werden, alle übrigen größeren Vorkommen sind mit Freischürfen belegt. Im abgeschlossenen Projekt MRI Pegmatite (2015-2018) wurde der Fraktionierungsgrad von Spodumenfreien (einfachen) Pegmatiten flächendeckend untersucht und es konnten einige neue Spodumenpegmatite gefunden werden. Außerdem konnten die genetischen Beziehungen von einfachen Pegmatiten, pegmatitischen Leukograniten und Spodumenpegmatiten zueinander und zu ihren jeweiligen Nebengesteinen herausgearbeitet werden. Darauf aufbauend wurde ein Modell entwickelt, welches zeigt, wie Li von den Nebengesteinen bis in die Spodumenpegmatite angereichert werden kann. Es geht davon aus, dass Li- und Al-reiche Metapelite bei ca. 675 °C und 6,5 kbar partiell aufschmelzen und die dabei entstandenen Schmelzen durch Kristallisation von einfachen Pegmatiten und Leukograniten soweit fraktionieren, dass der Li-Gehalt letztendlich über 1,5 Gew% beträgt und Spodumen entstehen kann. Die Ergebnisse des Projektes wurden in zahlreichen Arbeiten publiziert und im Zuge einer Exkursion präsentiert. Die Anschauung, dass bestimmte Pegmatittypen der Selten-Element-Klasse anatektische Bildungen ohne granitische „Mutterplutone“ darstellen, verbreitet sich derzeit rasch in der Fachwelt und dementsprechend wurden die Ergebnisse über die in Österreich auftretenden Pegmatite sehr positiv aufgenommen. Einige wesentliche Fragen zu den bearbeiteten Pegmatiten konnten aber im abgelaufenen Projekt nicht oder nicht ausreichend beantwortet werden und sollen nun weiterbearbeitet werden: 1) Es konnten bisher nicht alle Gebiete mit Pegmatiten ausreichend beprobt werden, um ein flächendeckendes Bild über die Verteilung von höher fraktionierten Pegmatiten bieten zu können. 2) Bisher wurde die Untersuchung auf andere Sondermetalle, welche in fraktionierten Pegmatiten auftreten können nur punktuell durchgeführt. 3) Es fehlt eine detailliertere Bearbeitung über die interne Fraktionierung in einem größeren Pegmatitgang. Diese ist notwendig, um die Fraktionierungsprozesse besser belegen und verstehen zu können. 4) Eine genaue Bearbeitung des Profils in der Koralpe, welche das größte derzeit bekannte Vorkommen von Spodumenpegmatit in Österreich enthält, hinsichtlich dem Fraktionierungsgrad der Pegmatite und den assoziierten Nebengesteinen erscheint sinnvoll. Die Punkte 3) und 4) sind essenziell, um das Genesemodell noch besser zu untermauern. 5) In der vorhandenen Zeit war es nicht möglich, alle bisher gewonnenen Daten zu publizieren und in die Datenbanken der Geologischen Bundesanstalt einzupflegen, sowie Schlüsselproben in den Sammlungen zu archivieren. Im Zuge des beantragten Folgeprojektes könnten auch diese Arbeiten abgeschlossen werden.

 

Projektfacts
ProjekttitelDie permischen Pegmatite des Ostalpinen Kristallins - Verbreitung, Genese und Lagerstättenpotential
ProjektkürzelMRI Peg II
ProjektkurztitelDie permischen Pegmatite des Ostalpinen Kristallins
ProjektleitungMSc. Tanja Knoll
ProjektmitgliederDr. Ralf Schuster, Dr. Benjamin Huet, Ing. Christian Auer, Mag. Piotr Lipiarski, Dr. Manfred Linner
FachabteilungRohstoffgeologie
Zeitraum01.09.19 - 30.08.22
FinanzierungGBA-Forschungspartnerschaften Mineralrohstoffe