MRI-DaMM

Mikro-Mineralisationen
2019
Mittels rasterelektronenmikroskopischer Methoden kann die moderne Gesteinsforschung zunehmend in den Mikro- und Submikrometerbereich vordringen. Unter anderem findet man in diesen Kleinbereichen bestimmte U-reiche Mikrokristalle (Uraninit, Uranothorit, Coffinit), welche aufgrund ihres radioaktiven Zerfalls als „geologische Uhren“ verwendet werden können. Diese Mikrominerale werden nun erstmals systematisch zur Altersbestimmung österreichischer Erzlagerstätten eingesetzt.
Uraninitkristall aus Hüttenberg mit komplexem Zonarbau im Rasterelektronenmikroskop (BSE) (Bild und Analyse Michael Waitzinger, Universität Salzburg)
Wie neue Forschungen mit modernen Rasterelektronenmikroskopen zeigen, finden sich im Bereich von Lagerstätten nahezu regelmäßig akzessorische Mikrokristalle von U-reichen Phasen wie Uraninit, Uranothorit oder Coffinit. Aufgrund des radioaktiven Zerfalls zu Blei kann das Alter dieser Uranminerale oft sehr genau bestimmt werden. Nachdem Uran in oxidierenden Milieus gut löslich ist, kann es in verschiedenen Stadien der Lagerstättenbildung zu Remobilisierungen und Wiederausfällungen kommen, sodass Mikro-Uranminerale und ihr Altersspektrum vielfach ein sehr genaues Spiegelbild einer Lagerstättenentwicklung liefern. Wegen ihrer Kleinheit wurden diese Mikro-Uranmineralisationen bisher kaum für Altersbestimmungen verwendet. Nachdem aber in einem Vorprojekt sehr erfolgreich neue rasterelektronenmikroskopische Messroutinen zur Datierung dieser Minerale entwickelt werden konnten, soll die Methode nun in einer Reihe von bergmännisch interessanten Regionen Österreichs systematisch zur Anwendung kommen. An den Projektarbeiten sind die Fachabteilungen Rohstoffgeologie, Geochemie und Hydrogeologie der GBA involviert (Projektleiter Dr. Schubert), sowie Projektpartner von der Universität Salzburg (mineralogische Arbeitsgruppe Prof. Finger, Fachbereich Chemie und Physik der Materialien) und der Montanuniversität Leoben (Prof. Melcher, Lehrstuhl für Geologie und Lagerstättenlehre). Neben den lagerstättenkundlichen Aspekten werden die geplanten Untersuchungen auch Informationen darüber bringen, wie das Uran in Gesteinen mineralogisch gebunden ist. Davon hängt ganz entscheidend ab, ob und in welchem Ausmaß das Uran ins Grundwasser gelangen kann. Zusätzlich wird das Projekt neue mineralogische Erkenntnisse im Bezug auf Uran-Minerale und ihre Eignung für die Geochronologie liefern.

 

Projektfacts
ProjekttitelDatierung von Mineralisationsprozessen mittels innovativer Mikromineralanalysen (DaMM)
ProjektkürzelMRI-DaMM
ProjektkurztitelMikro-Mineralisationen
ProjektleitungDr. Gerhard Schubert
ProjektmitgliederIng. Christian Auer, DDipl.Ing. Christian Benold, MMSc. Daniel Elster, Dr. Gerhard Hobiger, Dr. Albert Schedl
FachabteilungHydrogeologie und Geothermie
Zeitraum01.09.19 - 31.08.22
FinanzierungGBA-Forschungspartnerschaften Mineralrohstoffe