Hydrochemischer geogener Hintergrundwert von Sulfat

Die hydrochemische Zusammensetzung der Grundwässer wird durch die geochemische Beschaffenheit des durchflossenen Aquifers und durch anthropogene Einflüsse bestimmt. Für die Beurteilung der Grundwasserqualität und die Abschätzung einer eventuellen anthropogenen Verschmutzung sind die beiden Anteile voneinander zu trennen. Die um die anthropogenen Einwirkungen bereinigten Werte werden als hydrochemische geogene Hintergrundwerte (GeoHint) bezeichnet. Geogen erhöhte Sulfatwerte findet man im östlichen und südöstlichen Teil von Österreich sowie in den Nördlichen Kalkalpen.

Karte des hydrochemischen geogenen Hintergrundwertes von Sulfat.
Sulfat: Hydrochemische geogene Hintergrundwerte in oberflächennahen Grundwasserkörpern. Vereinfacht nach: Hobiger, G. et al. (2007)
© BMLFUW (Ed.) Hydrologischer Atlas Österreichs.

Um die Bewertung des Grundwassers durchzuführen, wurden auf Grund der EU-Wasserrahmenrichtlinie (2000/60/EG) 128 Grundwasserkörper vom Lebensministerium in Abstimmung mit den Bundesländern in Österreich festgelegt.

Im Zuge einer Studie wurde aus ca. 2,5 Mio. Einzelparameteranalysen der geogene Hintergrund von Aluminium (Al), Arsen (As), Bor (B), Calcium (Ca2+), Cadmium (Cd), Chlorid (Cl-), Chrom (Cr), Kupfer (Cu), Eisen (Fe), Gesamthärte (GH), Hydrogencarbonat (HCO3-), Kalium (K+), Karbonathärte (KH), elektrische Leitfähigkeit (LF), Magnesium (Mg2+), Mangan (Mn), Natrium (Na+), Ammonium (NH4+), Nickel (Ni), Nitrit (NO2-), Nitrat (NO3-), Blei (Pb), pH-Wert, Phosphat (PO43-) und Sulfat (SO42-) für die einzelnen Grundwasserkörper bzw. Gruppen von Grundwasserkörpern geostatistisch berechnet. Auf Grund geologischer Besonderheiten kommt es oft lokal begrenzt zu höheren Hintergrundwerten, den Hot Spots. Diese sind als Punkte in der Karte dargestellt.

Eine Maurerpfanne mit Wasser, Gips und einer Spachtel.
Gips kommt innerhalb der Nördlichen Kalkalpen vor; verwendet wird er v. a. im Innenausbau.
© Geologische Bundesanstalt

Sulfat: gehäuft in Gesteinen der Trias

In der Karte zeigt sich entlang der Nördlichen Kalkalpen und in Ostösterreich eine geogen bedingte erhöhte Sulfatkonzentration. Der höhere Sulfatanteil im Osten von Österreich kann wieder durch die klimatischen Bedingungen in diesem Gebiet erklärt werden. Zu erwähnen sind die Hot Spots im Seewinkel, welche durch die besonderen Grundwasserverhältnisse in diesem Gebiet zu erklären sind. Hingegen ist in den Nördlichen Kalkalpen das Vorkommen von Gips in verschiedenen Serien vor allem aus der Trias (Haselgebirge, Opponitz-Formation …) die Ursache der höheren Sulfatgehalte. Auch dort findet man Hot Spots, welche einzelne Quellen zeigen, die besonders durch sulfathältige Gesteine beeinflusst sind.