Österreichische Raumordnungskonferenz (ÖROK)

ÖREK-Partnerschaft: Risikomanagement für gravitative Naturgefahren in der Raumplanung

Innovative Weiterentwicklung von Möglichkeiten im Umgang mit gravitativen Naturgefahren in der Raumplanung im partnerschaftlichen Konsens.

© Geologische Bundesanstalt

Inhalte

Bedingt durch die geologische Entwicklungsgeschichte der Alpen und den topographischen Verhältnissen ist Österreich ein Land mit einer naturgemäß hohen Disposition für geogen bedingte Naturgefahren, insbesondere gravitative Massenbewegungen wie Felsstürze, Rutschungen und Hangmuren. Angesichts der zunehmenden Urbanisierung im städtischen und ländlichen Raum, einer Zunahme vielfältig begründeter Flächenansprüche (Tourismus, Verkehr etc.) und der aktuellen Prognosen zum Klimawandel und deren Folgen erhöht sich das Bedürfnis nach mehr Sicherheit und Schutz für die Bevölkerung und das volkswirtschaftliche Vermögen. Nicht zuletzt die katastrophalen Ereignisse der letzten Jahre, die sowohl durch Hochwässer als auch durch unzählige gravitative Massenbewegungen (z.B. August 2005 und Juni 2009) hervorgerufen wurden, haben zu einemenormen wirtschaftlichen Schaden geführt, manchmal waren auch Menschenleben zu beklagen. Diese Ereignisse sind ein Indiz dafür, dass technische Schutzbauten für die Gefahrenprävention allein nicht ausreichen. In den letzten Jahren hat nicht zuletzt deshalb auch der Bedarf in Österreich, insbesondere seitens der regionalen/überörtlichen und kommunalen/örtlichen Raumplanung, dahingehend zugenommen, dass möglichst flächendetaillierte und -deckende Karten zwecks Identifizierung potentiell gefährdeter Bereiche vorliegen. Bei raumplanerischen und baurechtlichen Entscheidungen zeigen sich im Zusammenhang mit Massenbewegungen (Sturzprozesse und Rutschungen) in den letzten Jahren zunehmende Defizite, die sich aus fehlenden räumlichen Abgrenzungen klassifizierter Gefährdungsbereiche sowie offenen Fragen hinsichtlich des Ausmaßes ihrer Beeinträchtigung ergeben.

Zielsetzung der ÖREK-Partnerschaft "Risikomanagement"

Das strategische Ziel der im Rahmen des Österreichischen Raumentwicklungskonzeptes (ÖREK) laufenden Partnerschaft ist die Konzeption und Implementierung eines integrierten Risikomanagements betreffend gravitative Naturgefahren in der Raumplanung (als kongruenter Prozess zur Umsetzung der EU-HWRL).
Das fachpolitische Ziel ist die Etablierung harmonisierter Leitlinien und eines Sektor übergreifenden Planungsprozesses betreffend gravitativer Naturgefahren zur Überbrückung der materiell-rechtlichen Querschnittsnormen und der Kompetenzzersplitterung.
Das operative Ziel umfasst die Erarbeitung gemeinsamer Planungsgrundlagen, Methoden der Gefahrenanalyse und –bewertung, die Harmonisierung der Schutzziele und Schutzkonzepte sowie der Kriterien für die Priorisierung von Schutzleistungen mit der Wirkung eines bundesweit harmonisierten Sicherheitsniveaus für gravitative Naturgefahren.
Das Ziel der Risikokommunikation besteht in einer standardisierten Form der Information über gravitative Naturgefahren für politische Entscheidungsträger und den Bürger sowie gemeinsame Aktionen der Akteure für die Bewusstseinsbildung und Verbesserung der Eigenvorsorge.

Eine Partnerschaft bedeutender Akteure

Leadpartner

  • BMLFUW, Abteilung III/5 (strategische/operative Steuerung der Partnerschaft)
  • Geologische Bundesanstalt (fachplanerische Steuerung)

Kernpartner

  • Land Tirol: Raumordnung
  • Land Kärnten: Landesgeologie, Überörtliche Raumordnung
  • Land Oberösterreich: Landesgeologie, Überörtliche Raumordnung
  • Land Salzburg: Landesgeologie, Landesforstdienst
  • Land Niederösterreich: Örtliche Raumplanung
  • Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft
  • Forsttechnischer Dienst für Wildbach- und Lawinenverbauung
  • Gemeindebund, vertreten durch die Bürgermeister Anton Mattle (Galtür/Tirol) und Helmut Wallner (Hinterstoder/OÖ)
  • Österreichische Bundesbahnen, Infrastruktur-Bau-AG

Externe Experten

  • Ass.-Prof. Dr. Arthur Kanonier (Technische Universität Wien, Raumplanung und Recht)
  • Univ.-Prof. Thomas Glade (Universität Wien, Geographie)
  • Ass. Prof. Dr. Walter Seher (Universität für Bodenkultur, Raumplanung)
  • Dr. Alexander Preh (Technische Universität Wien, Geotechnik)

Prozessbegleitung

  • ÖROK-Geschäftsstelle Wien
  • SVWP