MRI UKW Waschberg

Grundlagen UKW Waschbergzone
2016
Grundlagenuntersuchungen zur Potentialabschätzung unkonventioneller Kohlenwasserstoff-Lagerstätten in der Waschbergzone
Die zerknetete Struktur des alttertiären pelitischen Sediments der Waschbergzone mit Meniliteinschlüssen; Zistersdorf ÜT 2a: 5995- 6000 m

Ziele: Charakterisierung der Ablagerungsbedingungen der Gesteine der Ottenthal-Formation und der Thomasl-Formation (Waschbergzone) und Beschreibung ihrer Muttergesteinseigenschaften im Hinblick auf das Vorkommen unkonventioneller Kohlenwasserstoff-Lagerstätten in der Waschbergzone als Basis für weitere Auswertungen im Rahmen einer laufenden, österreichweiten Potentialabschätzung unkonventioneller Kohlenwasserstoff-Lagerstätten.

Beschreibung des Vorhabens: Unteroligozäne Gesteine treten in Ausbissen und Bohrungen innerhalb der Waschbergzone Niederösterreichs auf. Mehrere Profile wurden mikropaläontologisch und stratigraphisch untersucht. Bisher fehlen Daten hinsichtlich Menge und Art des organischen Materials und der thermischen Reife um das Muttergesteinspotenzial zu beschreiben. Die unteroligozänen Gesteine sind Äquivalente der Menilit-Formation in den Karpaten. Es ist daher anzunehmen, dass sie hohe Gehalte an organischem Kohlenstoff (TOC) und einen günstigen Kerogentyp II aufweisen. Es ist geplant, neben den Summenparametern (TOC, Schwefel, Karbonatgehalt) auch detaillierte organisch-geochemische Untersuchungen (Biomarker, Isotopie) durchzuführen. Diese Daten liefern wertvolle Beiträge zur Kenntnis der Ablagerungsbedingungen dieser Gesteine (Redox, Salinität, Nährstoffe, etc.), zur besseren Definition der Ottenthal-Formation und der Thomasl-Formation, sowie zum Vergleich der genannten Formationen mit gleichaltrigen Gesteinsabfolgen in der Molassezone sowie der westlichen Karpaten. Vergleichsuntersuchungen in der Molassezone und den Karpaten lassen eine hohe vertikale Variabilität der Messdaten erwarten. Eine hochauflösende Beprobung ist daher unerlässlich, wodurch sich eine relativ hohe Probenanzahl ergibt. Die Untersuchungen werden im Rahmen einer Masterarbeit an der Montanuniversität Leoben durchgeführt.

Arbeitsmethodik: Um die nötige Aussageverlässlichkeit zu erhalten, sollen etwa 125 Proben auf folgende Parameter und Eigenschaften analysiert werden: TOC, Schwefel, Karbonatkohlenstoff, Rock-Eval-Pyrolyse, Biomarker, Isotopie (δ13C, δ15N) des organischen Materials. Untersuchungsziele und -methoden sind: a) Menge des organischen Materials: Gesamtkohlenstoff (TOC), b) Art des organischen Materials: Rock-Eval-Pyrolyse, Mazeralanalyse, c) Reife des organischen Materials: Vitrinitreflexion, Tmax der Rock-Eval-Pyrolyse, Biomarkerverhältnisse; d) Ablagerungsbedingungen: Biomarker, Isotopie (δ13C, δ15N) des organischen Materials, Karbonat- und Schwefelgehalt, Isotopie der Karbonate.

» Endbericht von der MRI Lenkungsgruppe unter Vorsitz des BMBWF zur Approbation empfohlen: 01.04.2020

» Montanuniversität Leoben
» Geologische Bundesanstalt

Projektfacts
ProjekttitelGrundlagenuntersuchungen zur Potentialabschätzung unkonventioneller Kohlenwasserstoff-Lagerstätten in der Waschbergzone
ProjektkürzelMRI UKW Waschberg
ProjektkurztitelGrundlagen UKW Waschbergzone
ProjektleitungProf. Mag. Dr. Reinhard Sachsenhofer (Montanuniversität Leoben Lehrstuhl für Erdölgeologie)
ProjektmitgliederMSc. Magdalena Pupp, Sharadiya Kozak (Montanuniversität Leoben), Mag. Piotr Lipiarski (Geologische Bundesanstalt Fachabteilung Rohstoffgeologie), Dr. Maria Heinrich
Zeitraum01.09.16 - 31.07.17
FinanzierungGBA-Forschungspartnerschaften Mineralrohstoffe