MRI HT-Metalle

Hochtechnologie-Metall Ressourcen in ostalpinen Blei-Zinklagerstätten
2015
Identifikation und Klassifizierung potentieller Hochtechnologie-Metall Ressourcen in ostalpinen Blei-Zinklagerstätten
Schalenblende aus Bleiberg mit Laser Ablation Messpunkten

Ziele: Ziel des Projektes ist, die mineralogische und chemische Bindungsform von kritischen Hochtechnologiemetallen sowie ihre Verteilung ortsaufgelöst in den Erzen zu erfassen, und daraus mögliche Vorräte zu berechnen. Diese Evaluierung soll auch Kennwerte für aufbereitungstechnische Fragestellungen erarbeiten (prozessmineralogische Charakterisierung).

Beschreibung des Vorhabens: Österreich, bekannt als Land „reich an armen Lagerstätten“ (z.B. Friedrich, 1953), weist eine Vielzahl an Erzvorkommen auf, die potenziell an Hochtechnologiemetallen (HTM) angereichert sein können. Untersuchungen zu Konzentration und speziell zur Bindungsart der Hochtechnologiemetalle wurden in Österreich bisher nur punktuell, nicht aber systematisch und nicht mit Methoden nach dem heutigen Stand der Technik betrieben. Als Vorreiter ist vor allem Erich Schroll zu nennen, der bereits seit den 1950er Jahre versucht hat, charakteristische Nebenelemente in Erzen zu bestimmen. Moderne Methoden wurden bisher lediglich für Erzproben aus Bleiberg und Umgebung angewendet (Henjes-Kunst, 2014). Der Österreichische Rohstoffplan, erarbeitet vom BM für Wirtschaft, Familie und Jugend (nun BM für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (bmwfw)) und herausgegeben von der Geologischen Bundesanstalt (Weber, 2012), hat Gebiete identifiziert, die auf der Basis der verfügbaren Daten für die zukünftige Rohstoffgewinnung als sicherungswürdig oder zumindest bedingt sicherungswürdig einzustufen sind. Aus der Liste der Buntmetallvorkommen mit potenziell beibrechenden kritischen Rohstoffen sollen in diesem Projekt fünf sicherungswürdige Vorkommen untersucht werden.

Arbeitsmethodik: Die Untersuchung beinhaltet (1) eine systematische Literaturrecherche, (2) eine Recherche nach Probenmaterial in geologischen und lagerstättenkundlichen Sammlungen, (3) die geologische Erfassung der untersuchungswürdigen Vorkommen, (4) Beprobung (wenn möglich; Halden und Bergbau) und (5) nachfolgende Analyse der kritischen Elemente mit modernen Methoden (XRF, EPMA, MLA, LA-ICP-MS).

Ergebnisse: Die bisher gewonnenen Daten (~5000 Sphalerit-Einzelmessungen an ~350 Dickschliffen) zeigen, dass der Erzbezirk Grazer Paläozoikum keine signifikant erhöhten Werte der HTM aufweist. Die Vorkommen Meiselding (Gurktaldecke) und Walchen (Ennstaler Phyllitzone) sind durch deutlich erhöhte In-Werte (bis 1000 µg/g) charakterisiert, Metnitz (Murauer Decke) durch Ge und Ga, und Achselalm (Habach Formation) durch erhöhte Ga-Konzentrationen. Die Pb-Zn-Vorkommen in mesozoischen Karbonatgesteinen des Drauzugs, der Karawanken und der nördlichen Kalkalpen (Lafatsch) können als Target für Ge in Betracht gezogen werden (Ge bis 1500 µg/g). Sie sind durch eine deutliche Ge-As-Tl-Vormacht bei niedrigen In- und Fe-Gehalten klar von den Pb-Zn-Erzen in den paläozoischen Nebengesteinen abzugrenzen.

Projektfacts
ProjekttitelHochtechnologie-Metall Ressourcen in ostalpinen Blei-Zinklagerstätten
ProjektkürzelMRI HT-Metalle
ProjektkurztitelHochtechnologie-Metall Ressourcen in ostalpinen Blei-Zinklagerstätten
ProjektleitungProf. Dr. Mag. Frank Melcher (Montanuniversität Leoben, Lehrstuhl für Geologie und Lagerstättenkunde)
ProjektmitgliederMag. Peter Onuk (Montanuniversität Leoben), Dr. Albert Schedl und Dipl.-Ing. Bernhard Atzenhofer (Geologische Bundesanstalt Fachabteilung Rohstoffgeologie)
Zeitraum01.08.15 - 01.08.17
FinanzierungGBA-Forschungspartnerschaften Mineralrohstoffe