ÜLG-065/F 2016-2019

Regenerative Mineralrohstoffe Österreich II
2016
Computergestützte Charakterisierung von regenerativen Lockergesteinsvorkommen in Österreich hinsichtlich ihrer Quantität, Qualität und Nutzbarkeit als Baurohstoffe
Talsperre mit Anhäufung von Kiessand
Schwemmfächer, Schuttkegel und Talfüllungen in alpinen Gebieten sind (geologisch gesehen schnell, d.h. in menschlichen Zeiträumen) nachwachsende Lockergesteine, die bedeutende Kiessand-Lieferanten darstellen und einen wesentlichen Beitrag zur Versorgung mit Baurohstoffen leisten. In Vorprojekten wurden GIS-Methoden zur Ableitung geologischer und morphologischer Kennwerte der Liefergebiete und zur Prognose von Geröllspektren, Korngrößen, -formen und -sortierung der Sedimente entwickelt und für Schwemm- und Schuttfächer bundesweit angewendet. Wildbachsedimente oder an Geschiebesperren anfallendes Material wurde bisher noch nicht bearbeitet.Ziele des jetzigen Folgeprojektes sind (1) die Österreich-weite geologische und rohstoffgeologische Charakterisierung von nachwachsenden Bach- und Wildbachsedimenten im Hinblick auf eine nachhaltige Rohstoffversorgungen mittels GIS-Werkzeugen, (2) die Abschätzung von Volumen und Akkumulationsraten von geologischen Sedimentkörpern und von Geschiebematerial in Talsperren, sowie die aktuogeologische Untersuchung ihres regenerativen Anteils, (3) die Attributierung der Polygone in der Lockergesteinskarte bzw. der Sperrenablagerungen mit (a) prognostizierter lithologischer Zusammensetzung, (b) prognostizierter Sortierung, Rundung und Feinkornanteil und (c) prognostiziertem Mürbkornanteil, (4) die Einstufung der Qualität und potentiellen Nutzbarkeit der Sedimente als Baurohstoff und (5) die Schaffung einer Grundlage für eine nachhaltige Nutzung von Baurohstoffen in alpinen Gebieten.Arbeitsmethodik: Die Abgrenzung der Liefergebiete, Ableitung morphometrischer Parameter und Berechnung der Flächenanteile geologischer Schichtglieder erfolgt anhand von digitalen Höhenmodellen und geologischen Karten mittels GIS-Routinen. Die Gruppierung der Lithologien erfolgt nach rohstoffgeologisch relevanten Kriterien (Genese, Mineralbestand, Verwitterbarkeit). Die Abschätzung der rohstoffgeologischen Qualität erfolgt in groben Klassen (1) beste Qualität – Nutzbarkeit als hochwertiger Baurohstoff (z.B. Betonkies) ohne vorherige Aufbereitung, (2) gute Qualität - Nutzbarkeit als Baurohstoff (z.B. Straßenbau) nach Aufbereitung (Sieben, Waschen), (3) mittlere Qualität - Nutzbarkeit als minderwertiger Baurohstoff (Schüttmaterial für Forstwege) und (4) geringe / keine Qualität. Die stichprobenartige Verifizierung der automatisch vorhergesagten Materialeigenschaften und Qualitätsklassen erfolgt anhand aktiver Abbaustellen sowie Erfahrungen von aktiven und ehemaligen Abbaustelle. Die Abschätzung von Volumen und Akkumulationsraten erfolgt für Sedimentkörper anhand von gut untersuchten Fallbeispielen, für Talsperren anhand von Daten über Räumungsmassen. Die aktuogeologische Untersuchung und Quantifizierung des regenerativen Anteils von erfolgt durch Mehrfach-Überfliegung mittels Drohnen und anschließender photogrammetrischer Auswertung nach periodisch wiederkehrenden Murgängen.
Projektfacts
ProjekttitelRegenerat Österreich II
ProjektkürzelÜLG-065/F 2016-2019
ProjektkurztitelRegenerative Mineralrohstoffe Österreich II
ProjektleitungDr. Sebastian Pfleiderer
Projektmitglieder.
FachabteilungRohstoffgeologie
Zeitraum01.07.16 - 30.06.19
FinanzierungBMWFW