Hydrogeologische Karte 1:500.000

Hydrogeologische Karten nehmen eine Zwischenstellung zwischen geologischen und hydrologischen Karten ein, sie enthalten sowohl geologische als auch hydrologische Informationen. Sie werden als Grundlage für die Planung von Grundwasserressourcen herangezogen. Die Art und die räumliche Lage der Aquifere bestimmen die Wasservorräte und deren Verfügbarkeit. So bildet die genaue Kenntnis der einzelnen Aquifere, die in Österreich auf Grund der geologischen Situation ein stark differenziertes Bild aufweisen, die Basis für den Grundwasserschutz.

Ausschnitt aus der Hydrogeologischen Karte der Republik Österreich im Maßstab 1:500.000.
Ausschnitt aus: Schubert, G. (Red.): Hydrogeologische Karte der Republik Österreich 1:500.000.
© Geologische Bundesanstalt

Auch wenn Österreich manchmal als „Wasserschloss Europas“ bezeichnet wird, so gilt dies nicht im ganzen Lande im gleichen Maße. So zählen die Nördlichen Kalkalpen, die sich quer durch Österreich ziehen, zu den Gebieten mit den ergiebigsten Wasservorkommen. Hier befinden sich auch große Quellen, die in Abhängigkeit vom Niederschlag oft sehr variable Schüttungen haben. Grund dafür sind zum einen reiche Niederschläge, zum anderen die weite Verbreitung intensiv verkarsteter Gesteine. So beziehen große Städte wie Wien oder Innsbruck ihr Wasser aus den Nördlichen Kalkalpen.

Eine Frau trinkt Wasser aus einem Glas.
Viele Regionen Österreichs werden mit frischem (Hoch-)Quellwasser versorgt.
© Geologische Bundesanstalt / Andreas Ortag

Weitere große Aquifere sind in den Beckenlandschaften der Niederungen zu finden. Das Marchfeld, das südliche Wiener Becken (Mitterndorfer Senke), die Welser Heide und andere Regionen längs der großen Flüsse beinhalten in ihren ausgedehnten Kiesfluren wichtige, überwiegend oberflächennahe Grundwasserkörper (Porengrundwasserleiter). Hier liegen große Grundwasservorkommen, die in diesen Regionen auch für die Bewässerung in der Landwirtschaft genutzt werden.

Differenzierte Sichtweise in grundwasserarmen Regionen

Gebiete, deren Untergrund aus kristallinen Gesteinen bzw. aus Tonen und Mergel besteht, weisen generell eine geringere Grundwasserführung auf. Dazu zählt die Böhmische Masse im Norden Österreichs, aber auch weite Gebiete im zentralalpinen Raum und die Flyschzone im Alpenvorland. Hier ist eine genaue Kenntnis der lokalen Situation notwendig, um die Wasserversorgung, die stellenweise noch auf dezentralen (Haus-)Brunnen beruht, sichern zu können. Stellenweise gibt es hier ausgedehnte Karbonat- und Marmorbereiche, die wiederum eine reiche Grundwasserführung haben. Vielfach sind jedoch tiefere Bohrungen notwendig, um Grundwasser führende Gesteine zu erschließen.