Bundesweiter Bergbau-/Haldenkataster

Österreich verfügt aufgrund der spezifischen geologischen und metallogenetischen Situation in den Ostalpen über eine Vielzahl meist kleinräumiger Mineralisationen und Erzlagerstätten mit rund 4.500 bergbaulichen Erschließungen, die zuvor nur in Punktübersichtskarten dokumentiert waren. Die genaue raumbezogene Kenntnis der Bergbaue mit ihren Halden, die den Zeitrahmen von der Urgeschichte bis in die Gegenwart abdecken, ist die Grundlage für die Beantwortung zahlreicher Fragestellungen im Bereich der Rohstoff- und Umweltgeologie.

Geologische Übersichtskarte aller im Bergbau-/Haldenkataster erfassten Bergbaue in rot dargestellt.
Übersicht aller im Bergbau-/Haldenkataster erfassten Bergbaue.
© Geologische Bundesanstalt

Um eine flächendeckende Informationsgrundlage über alle Bergbaue zu schaffen, wurden von der Geologischen Bundesanstalt im Rahmen des bundesweiten „Bergbau-/Haldenkatasters“ sämtliche Bergbaue mineralischer Rohstoffe (Erze, klassische Industrieminerale, Energierohstoffe) in einem EDV-gestützten Informations- und Dokumentationssystem erfasst.

Künstlich aufgeschüttete Hügel aus Steinen mit wenig niederer Begrünung darauf.
Im Bereich der Jauken (Kärnten) ist die Landschaft von zahlreichen Halden des einstigen Blei-Zink-Bergbaues geprägt.
© Geologische Bundesanstalt

Damit stehen erstmals detaillierte raumbezogene Informationen über die österreichischen Bergbaue in Kartenform zur Verfügung, die nach Fertigstellung des Katasters im Jahr 2007 über eine Internetapplikation auch allgemein zugänglich gemacht werden sollen. Der Ausgabemaßstab (Print-on-Demand) der analogen Karten ist 1:25.000, für Bereiche größerer Bergbaue können auch Detailkarten bis zum Aufnahmemaßstab 1:5.000 generiert werden.

Eine Grundlage mit zahlreichen Nutzungsoptionen

Das sind in erster Linie alle am historischen und aktuellen Bergbau in Österreich Interessierten (Rohstoffgeologen, Montanhistoriker/-archäologen, Kulturlandschaftsforscher etc.). Darüber hinaus können die Basisinformationen für die verschiedensten Spezialfragestellungen eingesetzt werden. So gewinnen diese Informationen bei raumordnerischen Planungsaufgaben zunehmend an Bedeutung, insbesondere in solchen Bereichen, wo es zu einer Überschneidung von aktuellen Raumnutzungen (Siedlungsgebiete, Verkehrswegebau) mit historischen Untertage-Bergbauen kommt.

Weiters werden die Daten des Bergbau-/Haldenkatasters bereits sehr erfolgreich als Interpretationshilfe bei der Auswertung regionaler und überregionaler geo-/hydrochemischer Untersuchungsergebnisse eingesetzt. Hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang die umweltgeochemischen Untersuchungen von Fluss- und Bachsedimenten im gesamten Bundesgebiet oder verschiedene Fragestellungen im Zusammenhang mit der nationalen Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie bzw. der EU-Bergbauabfallrichtlinie.