Aeromagnetik von Österreich

Die Bestimmung der Totalintensität des Erdmagnetfeldes dient der Suche nach Erzvorkommen, Massenrohstoffen und der allgemeinen geologischen Kartierung. Diese Vermessung wurde als Basisaufnahme mittels eines Flächenflugzeugs für ganz Österreich durchgeführt und wird heute als Teil des hubschraubergeophysikalischen Messprogramms, das sich in erster Linie kleinräumigen Fragestellungen widmet, fortgeführt.

Karte der großräumigen magnetischen Anomalien in Österreich
Großräumige magnetische Anomalien in Österreich.
© Geologische Bundesanstalt

Das gemessene Erdmagnetfeld kann in seiner Ursache in verschiedene Anteile aufgeteilt werden: Magnetfeldanteile des Erdkerns bzw. Erdmantels, Magnetfeldanteile der oberen Atmosphäre und Magnetfeldanteile der Erdkruste. Für die angewandte Geophysik sind vor allem die Anteile der Erdkruste von Bedeutung. Diese Magnetfeldanteile, auch als Anomalien des Erdmagnetfeldes bezeichnet, werden hervorgerufen durch die unterschiedlichen magnetischen Eigenschaften der Gesteine (magnetische Suszeptibilität, magnetische Remanenz), aber auch durch anthropogene Störungen (Metallrohre, Eisenbahnschienen, Transformatoren, Deponien usw.).

Die magnetische Suszeptibilität der meisten Stoffe ist sehr klein. Für die Entstehung geologisch bedingter Anomalie kommen praktisch nur einige wenige Minerale in Frage (zumeist Magnetit und Pyrrhotin). Gesteine mit hoher Suszeptibilität sind vorwiegend basische bis ultrabasische Magmatite und aus diesen hervorgegangene Metamorphite (z.B. Gabbro, Grünschiefer, Amphibolit, Serpentinit) sowie Erze der oben genannten Minerale. Sedimente und Sedimentgesteine verursachen nur selten magnetische Anomalien.

Oben eine Karte in perspektivischer Ansicht darunter ein 3D-Modell
Magnetische Anomalie im Bereich Ötztal (Tirol) und das daraus berechnete 3D-Modell des Untergrundes.
© Geologische Bundesanstalt

Auf der Suche nach Anomalien

Neben der Klärung zahlreicher rein wissenschaftlicher Fragestellungen ermöglicht die Untersuchung der Anomalien des Erdmagnetfeldes unter anderem die Suche nach Erzvorkommen, Massenrohstoffen und künstlich magnetisierten Objekten (Minen, Rohrleitungen, Deponien usw.). Basierend auf den gemessenen magnetischen Anomalien und den magnetischen Eigenschaften der verschiedenen Gesteine können für Spezialuntersuchungen 2- bzw. 3-dimensionale Modelle des Untergrundes berechnet werden.