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Trias

Mesozoikum

Paläoglobus
In der späten Trias (ca. 210 Millionen Jahre) kommt es innerhalb der Tethys zur Ablagerung zahlreicher Gesteine der Alpen. © Geologische Bundesanstalt
Karte
Südöstlich der landfesten Böhmischen Masse werden in der Tethys von der Lagune bis in die Tiefsee „alpine“ Gesteine abgelagert. © Geologische Bundesanstalt
Fossilien
Korallen mit buntem Kalkschlamm prägen die dekorativen Gesteine („Adneter Tropf“) der späten Trias bei Adnet (S) (Bildbreite: 1 m). © Geologische Bundesanstalt
Fossil
Dreidimensionale „Dachstein“-Muschel Megalodon (Höhe: 12 cm) und deren kuhtrittförmige Querschnitte sind typisch für die lagunären Kalke der späten Trias. © Geologische Bundesanstalt
Fossil
Fiederblatt (Pterophyllum) aus den Lunzer Schichten eines historischen Kohlebergbaus in Lunz am See (NÖ) (Bildbreite: 12 cm). © Geologische Bundesanstalt

Paradiesischer Tethys-Schelf

In der Trias setzte sich die Dehnung der Lithosphäre am Westende der Tethys mit verminderter Intensität fort und die Erdoberfläche sank durch die Abkühlung nach der permischen Aufheizung langsam ab. Die Schuttanlieferung aus dem wüstenhaften Hinterland ließ immer mehr nach. In der Folge kam es über sandigen und tonigen Ablagerungen zur Bildung dunkler Flachwasserkalke in schlecht durchlüfteten flachen Meeresbereichen.

Am Beginn der mittleren Trias, vor etwa 240 Millionen Jahren, dehnte sich der ozeanische Bereich der Tethys immer weiter gegen Westen bis in den heutigen Alpenraum aus. Dabei wurden die direkt angrenzenden kontinentalen Bereiche wie das Ostalpin und Südalpin endgültig von einem Schelfmeer überflutet. Dieses Meer dehnte sich allmählich mit zahlreichen Buchten weit in den Raum des heutigen West- und Nordeuropa aus. Bedingt durch Meeresspiegelschwankungen verlagerte sich die Küstenlinie mehrmals. Das Krustenstück, welches heute die Böhmische Masse aufbaut, war während der gesamten Trias eine Insel innerhalb dieses Schelfmeeres.

Riffe und Lagunen des Korallenmeeres

Am Rand des Schelfmeeres zum Beckenbereich des Tethys-Ozeans entwickelte sich durch den zunehmend verbesserten Wasseraustausch ein Riffgürtel. Dahinter lagen weite Lagunen. Auf diesen Karbonatplattformen lebten Kalk abscheidende Organismen wie Algen, Schwämme und Korallen, die sich deutlich von jenen unterschieden, die vor dem Aussterbeereignis im Perm die Meere bevölkerten.

Um 230 Millionen Jahre vor heute entstanden im Bereich der heutigen Südtiroler Dolomiten Vulkane, deren Aschen bis in den Bereich der heutigen Kalkalpen verweht wurden. Zusätzlich nahm am Beginn der späten Trias die Schuttanlieferung vom nordwestlich gelegenen Festland kurzzeitig zu. Vor allem in Gebieten, die näher am Festland lagen (heutiges Subpenninikum und Helvetikum), kam es zur Ablagerung von Sandsteinen, Tonsteinen und Gips. Letzte Ausläufer dieser Sedimente reichten bis in den Bereich der heutigen Kalkalpen, wo das Wachstum der Riffe kurzfristig unterbrochen wurde. Lokal, etwa in Lunz am See, bildeten sich Sand- und Tonsteine mit Kohlelagen, danach entwickelten sich erneut große Karbonatplattformen.

Das Zusammentreffen nährstoffreicher Tiefenwässer mit warmen Oberflächenwässern des lichtdurchfluteten tropischen Schelfmeeres führte bei gleichzeitiger Absenkung des Untergrundes zu einer enormen Kalkproduktion. Im heutigen Ostalpin und Südalpin wurden bereichsweise über 3000 m mächtige kalkige Sedimente gebildet, die heute die Landschaft der Nördlichen Kalkalpen maßgeblich prägen.

Die damaligen Bedingungen waren ähnlich jenen, die heute in der Karibik oder am Großen Barriere-Riff vor der Ostküste Australiens herrschen. Am Ende der Trias kam es zu einem weltweiten Absterben der Riffe.

Abhang in den weiten Ozean

Jenseits der Riffe, in Wassertiefen von wenigen 100 Metern, wurde der feine Kalkschlamm der für ihre Ammoniten berühmten Hallstätter Kalke abgelagert. Daran schloss sich der Kontinentalhang und schließlich der Boden des etwa 4000 m tiefen Tethys-Ozeans an. Hier entstanden mit zunehmender Wassertiefe kieselige Ablagerungen, die heute charakteristisch für das Meliatikum sind.

Grafiken stehen für Unterricht und Lehre zur Verfügung.

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