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(Prä-)Kambrium

Proterozoikum – Paläozoikum

Paläoglobus
Im späten Kambrium (ca. 490 Millionen Jahre) lagen Teile Österreichs nahe dem Südpol im Norden Gondwanas. © Geologische Bundesanstalt
Felswand
Therasburg-Gneis, ein dunkler Orthogneis mit deutlichen Deformationen und plattigem Bruch, im Moravikum (NÖ). © Geologische Bundesanstalt
Felswand
Bittesch-Gneis, ein deformierter Orthogneis im Moravikum (NÖ). Einzelne Zirkone dieses Gesteins sind bis zu 2,5 Milliarden Jahre alt. © Geologische Bundesanstalt
Gesteinsblöcke
Dobra-Gneis (1,38 Milliarden Jahre) aus dem Moldanubikum (NÖ) – das älteste Gestein Österreichs. © Geologische Bundesanstalt
Gestein
Eggenburg-Granit (610 Millionen Jahre) aus dem Moravikum (NÖ) mit rosa Alkalifeldspat und grünlich-schwarzem Biotit (NÖ) (Bildbreite: 7 cm). © Geologische Bundesanstalt

Schemenhafte Bilder der Vergangenheit

Die kontinentale Kruste, die Österreich aufbaut, hat ihr heutiges Erscheinungsbild zum größten Teil erst in den letzten 540 Millionen Jahren erhalten, im Phanerozoikum.

Aus der Frühzeit der Erde ist nur wenig Handfestes überliefert: Die ältesten Spuren sind Kerne winziger Zirkonkristalle. Diese „Methusalems“ kristallisierten vor mehr als drei Milliarden Jahren in Graniten. Sie erlebten mehrere Zyklen von Kristallisation und Abtragung, die heute nicht mehr im Detail nachzuvollziehen sind. Das älteste Gestein Österreichs ist der 1,38 Milliarden Jahre alte Dobra-Gneis aus dem Moldanubikum im Waldviertel. Auch zahlreiche Paragneise, Glimmerschiefer und Phyllite wurden zwischen 900 und 500 Millionen Jahren vor heute als Sande und Tone in verschiedenen Meeresbecken abgelagert; genauere Datierungen sind aber derzeit nicht möglich.

Konturen durch Granite und Fossilien

Ab etwa 650 Millionen Jahren vor heute, im jüngsten Präkambrium, beginnen sich die Umrisse der Vergangenheit klarer abzuzeichnen. Damals wurden die kontinentalen Krustenstücke des heutigen Mitteleuropa – und damit auch jene der Böhmischen Masse (Moldanubikum und Moravikum) und der Alpen (Ostalpin, Südalpin, Subpenninikum) – während des so genannten Cadomischen Ereignisses an den Rand des damaligen großen Südkontinents Gondwana angegliedert. Dieser umfasste große Teile des heutigen Afrika, Südamerika, Indien, Australien und die Antarktis. Die oben genannten Teile lagen schon damals nahe dem heutigen Nordteil von Afrika. Durch plattentektonische Prozesse kam es dort zur Öffnung und Schließung kleinräumiger ozeanischer Becken und zu magmatischer Aktivität. Überliefert ist etwa der Maissauer Granit (570 Millionen Jahre alt) aus dem Moravikum im östlichsten Teil der Böhmischen Masse.

Am Beginn des Kambrium vor etwa 540 Millionen Jahren entwickelten sich die ersten Lebewesen mit erhaltungsfähigen Schalen und Skeletten. Daher liegen ab diesem Zeitpunkt weltweit zahlreiche Fossilien vor, welche die Entwicklung des Lebens dokumentieren. Zwar sind in Österreich aus dieser Frühzeit keine Fossilien bekannt, doch in unseren Nachbarländern treten sie in Sedimenten auf, die typisch für tropische Breiten sind: rote Wüstensedimente, Riffkalke, Dolomite, Gips. Demnach ist es naheliegend, dass sich auch die Krustenstücke des heutigen Österreich damals nahe am Äquator befunden haben.

Im Laufe des Kambrium bewegte sich dieser Teil Gondwanas gegen Süden und der Südpol lag schließlich im heutigen nördlichen Afrika. Etwa an der Wende vom Kambrium zum Ordovizium (vor ca. 490 Millionen Jahren) lösten sich kleinere Krustenfragmente vom Rand Gondwanas ab und drifteten als selbständige Mikrokontinente gegen Norden. Zu diesen Elementen gehört auch das Krustenstück, aus dem das heutige Moravikum entstanden ist. Dazwischen öffnete sich der Rheische Ozean.

Grafiken stehen für Unterricht und Lehre zur Verfügung.

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Österreichs geologische Entwicklungsgeschichte