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Kontinent gegen Kontinent

Subduktion und Kollision

Karte
Tektonische Karte des Alpenraumes mit der regionalen Verbreitung der geologischen Bausteine. © Geologische Bundesanstalt
Paläoglobus
Im späten Jura befand sich zwischen dem Nordkontinent Laurasia und dem Südkontinent Gondwana der Penninische Ozean. Östlich davon war der Tethys-Ozean. © Geologische Bundesanstalt
Karte
Zwischen Atlantik und Tethys-Ozean bildete sich im späten Jura der Penninische Ozean. Ein Teil Gondwanas („Afrika“) spaltet sich als Adriatischen Platte ab. © Geologische Bundesanstalt
Profil
Der Querschnitt durch den Alpenraum zeigt das Ergebnis der Kollision der Europäischen Platte mit der Adriatischen Platte. © Geologische Bundesanstalt

Die geologischen Bausteine Österreichs sind aus zwei Kontinenten und zwei Ozeanen hervorgegangen, welche im Mesozoikum und frühen Känozoikum (240 bis 40 Millionen Jahre vor heute) das Gebiet des heutigen Mitteleuropa einnahmen. Im Norden befand sich der kontinentale Bereich des „Alten Europa“ und im Süden lag Afrika.

Afrika hatte einen Sporn, der sich löste und seither Adria – die Adriatische Platte – bildet. Dieser Sporn stellte über lange Zeit eine Landbrücke zwischen den beiden Kontinenten dar. Im Osten befand sich der Tethys-Ozean, der mit dem Pazifik verbunden war, während sich vom Westen her der Penninische Ozean als „Ast des Atlantiks“ in den heutigen Alpenraum erstreckte. Die Ozeane wurden durch Subduktion geschlossen, und bei der Kollision der Kontinente entstand der Orogenkeil, den wir in seiner heutigen Form als Alpen bezeichnen.

Das „Alte Europa“ ist heute im nördlichen Vorland der Alpen in der Böhmischen Masse, in der Schwäbischen Alb und im Schwarzwald sichtbar. Es taucht nach Süden unter den Orogenkeil der Alpen ab. Auch im Orogenkeil sind abgescherte Teile des „Alten Europa“ als Decken vorhanden. Am Nordrand der Alpen sind es vor allem Sedimentgesteine, während weiter im Süden komplette, metamorph überprägte Krustenstücke aus der Tiefe emporragen. Darüber liegen Gesteine, die Reste ozeanischer Lithosphäre des Penninischen Ozeans darstellen. Sie werden von Decken überlagert, die aus kontinentaler Kruste von Adria hervorgegangen sind. Diese bilden große Teile der Oberfläche in den Ostalpen und Südalpen. Am Nordrand der Po-Ebene und in Istrien sind Teile der Adriatischen Platte sichtbar, die nicht in den Orogenkeil eingebaut wurden, sondern dessen südliches Vorland bilden. Reste von ozeanischer Lithosphäre aus dem » Tethys-Ozean sind nur als kleine Schollen am Alpenostrand erhalten. Weit verbreitet sind diese aber in den südosteuropäischen Gebirgszügen der Dinariden und Helleniden. Nördlich und südlich der Alpen hat die Auflast des Gebirges zur Bildung von Vorlandbecken geführt. Im Norden ist das die Molassezone, im Süden das Po-Becken. Auch in den Alpen sind Becken eingebrochen, die mit Schutt aus den Bergen aufgefüllt sind.

Grafiken stehen für Unterricht und Lehre zur Verfügung.

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Österreichs geologische Entwicklungsgeschichte