02/21/20 11:51

Internationales Projekt zu Hangrutschungen in Nepal

GBA-MitarbeiterInnen in Nepal

GBA-MitarbeiterInnen bei Arbeiten zum Projekt Landslide-EVO in Nepal

Als Teil des internationalen Forschungsprojekts Landslide-EVO untersucht die Geologische Bundesanstalt in Bajedi (Distrikt Bajura/Westnepal) eine großflächige Hangrutschung detailliert mit geologischen, ingenieurgeologischen und geophysikalischen Methoden. Der gesamte aktive Bereich ist etwa 3 km lang, mehr als 500 m breit, 20 bis 50 m tief und umfasst mit ungefähr 2 km² Ausdehnung auch Siedlungs- und Landwirtschaftsflächen. Die Untersuchungen zielen darauf ab, Art und Mechanismus der tiefreichenden Instabilität zu analysieren und diese sehr aktive Massenbewegung zu überwachen.

Eingesetzt wird hierzu eine Kombination aus klassischen und neuartigen Methoden: Neben geologischer Kartierung und Analytik wird auch Geoelektrik zur Vermessung des elektrischen Widerstands unter der Oberfläche angewandt, weiters DGPS (Differential Global Positioning System) und Drohnen zur präzisen dreidimensionalen Vermessung der Oberflächenform des instabilen Areals. Um die Verformungsgeschwindigkeiten und -muster langzeitlich zu bewerten, wird auch satellitengestütztes INSAR (Interferometric Synthetic Aperture Radar) Mapping eingesetzt. Seismische Sensoren und eine Zeitrafferkamera helfen, die aktivsten Bereiche zu untersuchen. Fixer Bestandteil des Projektes ist auch die aktive Einbindung der lokalen Behörden und Bevölkerung im Rahmen von Informationsveranstaltungen und Workshops vor Ort.

Die Geologische Bundesanstalt liefert mit Ihrer Expertise einen wertvollen Betrag zur Risikobeurteilung von solchen Massenbewegungen in den Himalayaausläufern Westnepals, kann hier aber auch umgekehrt neue Methoden entwickeln und testen, die in den Alpen anwendbar sind.

» Landslide-EVO