10.05.2017 12:38

em. o. Univ.-Prof. Dr. Helmut W. Flügel (1924–2017)

Am 6. Mai 2017 ist em. o. Univ.-Prof. Dr. Helmut W. Flügel verstorben. Geboren wurde Flügel am 18. August 1924 in Fürstenfeld in der Oststeiermark. Im Wintersemester 1942/1943 belegt er Geologie an der Karl-Franzens-Universität in Graz und wird 1943 zum Kriegsmilitärdienst einberufen. Ende April 1946 kehrt er aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft zurück und setzt sein Studium fort und dissertiert über „Die Tektonik des Plesch-Mühlbacherzuges. Ein Beispiel zur Auflösung der Tektonik des Paläozoikums westlich der Mur.“ Im Dezember 1948 macht er das Rigorosum, am 28. Jänner 1949 erfolgte die Promotion.
Ab 1953 war er am Institut für Geologie und Paläontologie der Universität Graz als Assistent tätig. Bereits 1953 habilitierte er sich für Geologie, 1954 für Paläontologie. 1958 erfolgte die Ernennung zum „tit. ao. Universitätsprofessor", 1963 zum außerordentlichen Universitätsprofessor für Paläontologie und Historische Geologie. 1968 wird er ordentlicher Universitätsprofessor an der Grazer Karl-Franzens-Universität. Diese Position hatte er bis zu seiner Emeritierung im Oktober 1994 inne. 1972 wird er Korrespondierendes und 1984 Wirkliches Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. 1977 übernimmt er den Vorsitz der Österreichischen Geologischen Gesellschaft (ÖGG) dessen Ehrenmitglied er 1986 wird. 1994 bekommt er die Eduard-Sueß-Medaille der ÖGG.
Seine mehr als 380 wissenschaftlichen Arbeiten decken nahezu alle Fachrichtungen der Erdwissenschaften mit Schwerpunkt Grundlagenforschung ab. Das Spektrum reicht von geologischer Kartierung, geologisch-paläontologischen Arbeiten mit Schwerpunkt Paläozoikum und Korallen bis hin zur Geschichte der Geowissenschaften.
Anlässlich seines 75. Geburtstages erschien eine Festschrift, die sein breites Schaffen und seine vielseitigen Interessen beschreibt.


» Festschrift

Helmut W. Flügel war seit 1975 Korrespondent der Geologischen Bundesanstalt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der GBA werden sein Andenken stets ehrend bewahren.