MRI_SpekDroTon

Charakterisierung ausgewählter Tonvorkommen Österreichs
2021
In diesem Projekt erforschen die Geologische Bundesanstalt, die Wienerberger AG und das Institut für Geologie der Universität Wien gemeinsam wirtschaftlich relevante Tonrohstoffe. Ein Untersuchungsschwerpunkt ist dabei der Praxistest bisher noch wenig etablierter Methoden wie Punktspektrometrie und Drohnen-gestützte geophysikalische Messsysteme zur Charakterisierung der unterschiedlichen Rohstoffqualitäten und Rohstoffquantitäten.
Tonabbau im südlichen Wiener Becken, Niederösterreich

Die österreichischen Tonvorkommen umfassen sowohl stratigraphisch als auch seitens ihres Bildungsmilieus ein breites Spektrum. Abhängig davon, ob marine, brackische, limnische, fluviatile oder äolische Sedimente vorliegen, können unterschiedlichste Sedimentstrukturen, Wechsellagerungen bzw. Verzahnungen mit grobkörnigem Material oder Mächtigkeitsschwankungen auftreten. Des Weiteren spielen Faktoren wie die Ausbildung des Paläoreliefs, tektonische Gegebenheiten oder die Intensität von Verwitterungsprozessen eine wichtige Rolle für die Beschaffenheit der Tonvorkommen.

Die wichtigsten Einsatzgebiete für Tonrohstoffe liegen in der Ziegelproduktion, der keramischen Industrie und der Feuerfestindustrie, darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Spezialanwendungsgebieten, die von Dichtungstonen für die Altlastensanierung über Leichtzuschlagstoffe in der Bauindustrie bis hin zum Granulat für Hydrokulturen reichen. Die Anforderungen an den Rohstoff sind dabei je nach Einsatzgebiet höchst unterschiedlich. Die typischen Eigenschaften der Tonrohstoffe und damit ihre Rohstoffqualität hängen eng mit ihrem qualitativen und quantitativen Mineralbestand und ihrer Korngrößenzusammensetzung zusammen. Für die tatsächliche Nutzbarkeit der Vorkommen sind aber auch die zu erwartenden Rohstoffquantitäten entscheidend. Diese sind maßgeblich vom internen Aufbau, der lateralen Erstreckung und der Mächtigkeit der Vorkommen abhängig.

Ziel des Projektes ist die Detailuntersuchung ausgewählter Tonvorkommen Österreichs betreffend ihre rohstoffgeologischen Eigenschaften sowie ihre flächige und tiefenmäßige Verbreitung. Neben standardmäßig eingesetzten Aufnahmetechniken und Analysenmethoden soll dabei ein spezieller Fokus auf dem Ausloten der Möglichkeiten von bisher an der Geologischen Bundesanstalt noch nicht etablierten Methoden wie Punktspektrometrie und Drohnen-gestützten geophysikalischen Messmethoden liegen. Zur Validierung der Ergebnisse sollen traditionelle Methoden wie Mineralphasenanalytik mittels Röntgendiffraktometrie, bodengeophysikalische Geoelektrik-Messungen, geochemische Analysen und Korngrößenuntersuchungen herangezogen werden. Aus den Daten der Punktspektrometrie soll ein eigener spektraler Referenzkatalog österreichischer Tonrohstoffe erstellt werden.

Projektpartner:
» Wienerberger AG
» Universität Wien, Institut für Geologie

Projektfacts
ProjekttitelMRI_Charakterisierung ausgewählter Tonvorkommen Österreichs hinsichtlich Variabilität von rohstoffgeologischen Eigenschaften sowie lateraler und vertikaler Verbreitung unter besonderer Berücksichtigung von Multispektralanalyse und Drohnen-gestützten geophysikalischen Messsystemen
ProjektkürzelMRI_SpekDroTon
ProjektkurztitelCharakterisierung ausgewählter Tonvorkommen Österreichs
ProjektleitungMag. Julia Rabeder
ProjektmitgliederDDipl.Ing. Christian Benold, Dr. Mandana Peresson, Heinz Reitner, Mag. Alexander Römer, Dr. Arnulf Schiller
FachabteilungGeochemie, Geophysik, Rohstoffgeologie
Zeitraum01.04.22 - 30.09.25
FinanzierungGBA-Forschungspartnerschaften Mineralrohstoffe