Geologie hält Europa zusammen

Im Schaufenster der Geologischen Bundesanstalt sind aus Anlass des Ratsvorsitzes Österreichs im 2. Halbjahr 2018 aus den 28 Mitgliedsstaaten der EU Steinkugeln zu sehen. Die ca. 10 cm großen Kugeln belegen die mehr als zwei Milliarden Jahre alte Entstehungsgeschichte des Kontinents.

Steinkugeln
In 28 Steinkugeln zeigt sich die geologische Vielfalt der EU © Geologische Bundesanstalt

Zu den ältesten Gesteinen zählen die knapp zwei Milliarden Jahre alten Granite aus Schweden und Finnland. Mit etwa 400 bzw. 280 Millionen Jahren sind die Granite aus Irland und Spanien wesentlich jünger. Belgien repräsentiert ein tiefschwarzer Kalkstein des Erdaltertums, der auch im Schloss Versailles Verwendung fand; ähnlich alt ist der dunkle Krakauer ‚Marmor‘, ein Kalkstein, aus Polen. Österreich ist durch einen Sandstein aus dem Lainzer Tunnel (Wien) und, als vorsitzendes Land, durch einen Rot–Weiß–Roten Adneter Kalkstein (Salzburg) vertreten. Ungarn und Slowakei sind durch Süßwasserkalke vertreten. Aus dem englischen Dolomit (Derbyshire) wurde auch der Westminsterpalast (Houses of Parliament) gebaut. Aus Bulgarien und Rumänien sind vulkanische Gestein vertreten. Ein dunkelgrüner Eklogit, ein metamorphes Gestein, repräsentiert Griechenland. Deutschland ist mit einem Muschelkalk und Frankreich mit einem Nummulitenkalk präsent. Eine Besonderheit ist der helle Kalkstein aus Dänemark, aus dessen Poren Fossilien hervorschauen. Rar ist der Kalksandstein aus den Niederlanden, die arm an oberflächennahen Festgesteinen sind. Sandsteine unterschiedlichen Alters vertreten die Länder Luxemburg (190 Millionen Jahre), Tschechien (94 Millionen Jahre) und Zypern (23 - 7 Millionen Jahre). Der zypriotische Sandstein fand übrigens auch bei der Restaurierung des Stephansdomes in Wien Verwendung. Der Carrara Marmor stammt aus Italien, der Marmor ‚Branco Mouro’ aus Portugal. Aus Kroatien und Slowenien stammen fossilreiche Kalksteine aus Istrien, die vielfach im 19. Jahrhundert nach Wien verfrachtet wurden.

Information:
» Dr. Maria Heinrich
» Mag. Thomas Hofmann