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Mineralrohstoffe und Nationaler Umweltplan (NUP)

 

Im Nationalen Umwelt-Plan (1995) wurde versucht, durch neue Ansätze, Konzepte und Vorschläge für konkrete Maßnahmen eine Orientierung zu einer langfristig tragfähigen und umweltgerechten Entwicklung für Österreich zu weisen. Der Art und Weise, wie Ressourcen, und dabei speziell die nichtregenerierbaren mineralischen Rohstoffe, genutzt werden, kommt dabei als wesentlichem Einflussfaktor auf die Mitwelt eine entscheidende Rolle zu. Da es weder heute möglich ist, auf die Nutzung erschöpfbarer Rohstoffe zu verzichten und auch nicht davon ausgegangen werden kann, dass künftige Generationen ohne sie auskommen werden, wird die Notwendigkeit der Einleitung einer nachhaltigen Inanspruchnahme betont. Integrale Raum- und Umweltplanung auf der Basis von Vorsorgeprinzip, Verursacherprinzip, Kooperationsprinzip und dem Prinzip der ganzheitlichen Betrachtungsweise werden als notwendiges Instrumentarium postuliert.

 

Als notwendige Maßnahmen im Hinblick auf eine langfristige und tragfähige Sicherung der inländischen Aufbringung an mineralischen Rohstoffen lassen sich (verändert nach NUP, 1995) anführen:

  • Möglichst vollständige Erfassung der heimischen Ressourcen
  • Vergleichbare Erfassung des Vorratspotentials nach Verbreitung, Ausdehnung und nach einheitlichen Qualitätskriterien sowie unter Beachtung der Grundwasserverhältnisse
  • Förderung der Bewertung und Dokumentation der Ergebnisse der Rohstofferkundung auf der Basis der ÖROK-Empfehlungen für die Naturraumpotential-Erfassung als Grundlage zur Lösung von Zielkonflikten in der Raumordnung (ÖROK ist die Abkürzung für Österreichische Raumordnungskonferenz)
  • Erarbeitung von einheitlichen und einsichtigen Kriterien zur Bewertung von alternativen Abbaumöglichkeiten und ihrer Raum- und Umweltverträglichkeit
  • Ausarbeitung langfristiger regionaler, überregionaler, landes- und bundesweiter Versorgungskonzepte und konsequente Anerkennung der raumordnerischen Verpflichtung in Hinblick auf die langfristige Versorgungssicherung
  • Aktive Förderung von Forschung und Maßnahmen in den Bereichen Verringerung der Nachfrage und sparsamer Nutzung der mineralischen Rohstoffe, Recycling und Substitutionsmöglichkeiten
  • Intensivierung der Erschließung und Nutzung heimischer Lagerstätten im Sinne einer strategischen Vorsorge und Optimierung der inländischen Rohstoffproduktion in Hinblick auf eine höhere Wertschöpfung
  • Berücksichtigung von Abbaustellen und ihrer künftigen Entwicklung in der Flächenwidmung und Berücksichtigung von Hoffnungsgebieten durch entsprechende Festlegungen in regionalen Raumordnungsprogrammen
  • Förderung der Untersuchung und Abgrenzung der nutzbaren Grundwasservorkommen, um Konfliktbereinigungen Grundwasser versus Kiesnutzung zu ermöglichen
  • Erstellung von mittel- bis langfristigen Abbau-, Sanierungskonzepten für die Abbauschwerpunkte und Abstimmung der Rekultivierungspläne auf landschaftsgerechte Raumverträglichkeit
  • Prüfung von Folgenutzungen auf ihre Umweltverträglichkeit
  • Verbesserung der statistischen Datenbasis zur Mineralrohstoff-Förderung, der Versorgungsströme und Austauschvorgänge und zum tatsächlichen Bedarf nach Verwendungsbereichen
  • Verbesserung des Informationsaustausches zwischen Forschung, Betrieben, Gemeinden, Anrainern und Behörden im Sinne von Transdisziplinarität
  • Gesteigerte Wahrung der Umwelt-Verantwortung durch Betriebe und deren Standesvertretungen
    Förderung von interdisziplinären Forschungsvorhaben zur Strategieentwicklung und Konkretisierung des Themas "nachhaltige Bewirtschaftung von mineralischen (Bau-)Rohstoffen"

Viele dieser Maßnahmen berühren sowohl Kernaufgaben als auch laufende Entwicklungen der Fachabteilung Rohstoffgeologie, denen im Zuge strategischer Überlegungen besonderes Augenmerk zu widmen sein wird.

 

Diagramm des Stoffflusses mineralischer und Massenrohstoffe Österreich 1990 (aus NUP, 1995)

Stofffluss mineralische und Massenrohstoffe Österreich 1990 (aus NUP, 1995)

Impressum   Letzte Änderung am 10.12.2009  Home