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Mineralrohstoffe und nachhaltige Entwicklung
Der Bergbau ist eine wichtige Wertschöpfungs- und Beschäftigungsquelle, er weist aber Merkmale auf, die eine besonders sorgfältige Abstimmung zwischen wirtschaftlichen, umweltpolitischen, ökologischen und sozialen Interessen und ein hohes Maß an Kontrolle zur Gewährleistung von Umweltschutz, Gesundheit und Sicherheit erfordern:
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Gleichgewicht zwischen den gesellschaftspolitischen Zielsetzungen (aus NUP, 1995) |
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Lange bevor die Globalisierung zum Schlagwort wurde, war die Rohstoffwirtschaft (nicht nur die mit mineralischen Rohstoffen) eine vom internationalen Handel geprägte. Das liegt einerseits daran, dass die Rohstoffe von der Natur nicht gleichmäßig auf alle Regionen der Erde verteilt wurden, andererseits daran, dass Unterschiede im wirtschaftlichen und sozialen Gefüge und in zunehmendem Maß ein Gefälle im Umweltbewusstsein gegenüber weniger entwickelten Ländern von der Wirtschaft ausgenutzt wurden und werden, um billiger zu produzieren. Auch in dieser Hinsicht beginnt ein langsames Umdenken: Große internationale Bergbauunternehmungen fördern in der Global Mining Initiative das weltweite Projekt "Mining, Minerals, and Sustainable Development", das von dem Gedanken ausgeht, dass Bergbau und Rohstoffnutzung neben den Komponenten des wirtschaftlichen Konkurrenzkampfes gleichgewichtig die soziale Entwicklung und die Tragfähigkeit des natürlichen Ökosystems beachten müssen, um einer nachhaltigen Entwicklung förderlich zu sein (HODGE, 2001).
Die Europäische Kommission hat im Jahr 2000 eine Mitteilung zur Förderung der nachhaltigen Entwicklung der Mineralrohstoff gewinnenden Industrie herausgegeben, die eine große Herausforderung für Bergbauwirtschaft, Politik und Interessensvertretungen ist, in einen Dialog über Zielvorstellungen, Zeitpläne und Umsetzungsaktionen zu treten.
Aber auch die Forschung ist aufgefordert, wissenschaftliche Grundlagen in mehrfacher Hinsicht und in internationaler und interdisziplinärer Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen von Technik, Natur- und Gesellschaftswissenschaften in Richtung der Förderung nachhaltiger Entwicklung zu erarbeiten ("Sustainability Science", CLARK, 2001).
Es geht dabei um vielfältige Aspekte, die in Hinblick auf nationale Zielvorstellungen analysiert und diskutiert werden müssen:
Die Erdwissenschaften allgemein und die Rohstoffgeologie im Besonderen können dabei zu einer Reihe von Punkten Aufgaben erfüllen und Beiträge leisten, wenn auch die zu bewältigenden Probleme auf dem Wege zu einem tragfähigen Ressourcenhaushalt und zu einer nachhaltigen Entwicklung über das hinausgehen, was Wissenschaft und Technik beitragen können.
Neben Erzen, Kohle, Erdöl und strategischen Industriemineralen, deren Wert bei günstigen Frachtbedingungen Handelswege rund um den Globus erlaubt, gibt es aber auch noch jene Mineralrohstoffe, die in sehr großen Mengen für das Bauwesen und zu billigen Preisen verbraucht werden. Für diese Massengüter schlagen sich große, den Rohstoffverbrauch nochmals ankurbelnde Transportweiten nicht nur kostenmäßig zu Buche, sondern rufen auch empfindliche Umweltbelastungen hervor. Obgleich diese Rohstoffe wie Ton, Sand, Kies und Natursteine von Natur aus reichlich und oberflächennah vorkommen, verlangen sie ein besonderes Ressourcenmanagement mit erheblichem Forschungsaufwand unter Betrachtung der Raumordnung, um eine möglichst konfliktfreie, raumverträgliche, umweltschonende und langfristige Versorgungssicherung zu gewährleisten.
Die Rolle der Geologie in der Rohstoffwirtschaft ist, wie auch in der Geotechnik und der Wassernutzung, eine für die Gesellschaft zumeist nicht direkt sichtbare. Bergbautechniker, Ingenieure und Wirtschafter sind vonnöten, um Kenntnisse über den Untergrund in direkten Nutzen umzusetzen. Auch für die Entwicklung von langfristig positiven Lösungen für aktuelle und künftige Probleme der Daseinsvorsorge ist eine wachsende Kenntnis über Aufbau und Dynamik der Erde essentiell und im wahrsten Sinne des Wortes grundlegend: wie können wir auf der Erde leben, ohne den Boden unter uns zu missachten, ohne ihn für kurzfristigen Vorteil immer mehr auszubeuten, mitunter auch zu zerstören und uns selbst und zukünftige Entwicklungsmöglichkeiten in Gefahr zu bringen? Kurz gefragt: wie können wir nicht nur auf und von der Erde, sondern auch mit ihr leben und dennoch die Lebensqualität erhöhen?
Die erdgeschichtliche Entwicklung läuft in riesigen Zeiträumen ab und es verlangt viel Phantasie, sich die gewaltigen Verschiebungen der Kontinente und Veränderungen der Landschaften im Laufe der Jahrmillionen vorzustellen, die zur heutigen Gestalt der Erde geführt haben. Es ist nicht leicht, die komplexen Vorgänge im Erdinneren und an der Erdkruste verständlich zu machen, die zu den Eigenschaften führten, die wir nutzen wollen, und wie verletzlich und unwiederbringlich sie sein können. Es ist also nicht nur eine Menge Forschungsarbeit, sondern auch viel Informationsarbeit gegenüber der Gesellschaft zu leisten. Für beide Aufgaben sollen uns die neuen Medien dienlich sein. Apropos, neue Medien: auch ein Computer besteht zu wesentlichen Teilen aus mineralischen Rohstoffen.
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