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Ein historischer Überblick zu Bibliothek, Kartensammlung, Wissenschaftlichem Archiv und Graphischer Sammlung

 

1835 - Gründung der "Zentralen Mineraliensammlung" in der Hofkammer für das Münz- und Bergwesen, deren erster Direktor der berühmte Mineraloge Friedrich MOHS (1773-1839) wird. Die systematische Sammlung von geowissenschaftlichen Objekten, Manuskripte und Bücher beginnt.

1840 - Wilhelm HAIDINGER (1795-1871) wird Direktor: Die "Zentrale Mineraliensammlung" wird "Montanistisches Museum" genannt. Es werden Kurse für Geognosie, Mineralogie und Chemie für Absolventen der Bergakademie Schemnitz (Banska Stiavnica, Slowakei) und andere Interessenten abgehalten, die die ersten geologischen Karten nach Wien bringen. Diese bilden den Grundstock der Kartensammlung und waren Ausgangsmaterial für die erste "Geognostische Übersichtskarte des Österreichischen Kaiserstaates", welche unter der Leitung von Wilhelm HAIDINGER 1845 gedruckt in 9 Blättern veröffentlicht wurde.

1848 - Revolution in Wien und in anderen Städten der Österreichischen Monarchie.

1849 - Die Geologische Reichsanstalt wird auf Antrag von Minister Ferdinand von Thinnfeld vom jungen Kaiser Franz Josef I gegründet. Zu ihrem ersten Direktor wird Wilhelm HAIDINGER ernannt, der sich sofort bemüht, eine Bibliothek, eine Kartensammlung und ein Archiv ins Leben zu rufen. Diese Sammlungen gehen aus von Teilen der Bibliothek des mit der Reichsanstalt vereinigten Montanistischen Museums, der Bibliothek der Freunde der Naturwissenschaften in Wien und Teilen der Privatbibliothek von HAIDINGER.

1852 - Die Geologische Reichsanstalt übersiedelt aus dem Gebäude des Hauptmünzamtes, wo sich das Montanistische Museum und später die Geologische Reichsanstalt befanden, in das Palais Rasumofsky.

1871 - Heinrich WOLF berichtet über eine Reorganisation der Bibliothek.

1877 - Heinrich WOLF berichtet über eine Reorganisation der Kartensammlung, die im Zeichensaal der Reichsanstalt untergebracht wurde.

1887 - Anton MATOSCH (1851-1918), ein berühmter oberösterreichischer Mundartdichter, wird Leiter der Bibliothek der Geologischen Reichsanstalt und richtet den ersten Zettelkatalog der Bibliothek ein.

1890 - Im Hauptgebäude des Palais Rasumofsky wird unter der Direktion Dionys Stur (1827-1893) ein Lesesaal eingerichtet.

1892 - Eine Bibliographie über "geowissenschaftliche Literatur über Österreich" erscheint zum ersten Male in den Verhandlungen der Geologischen Reichsanstalt

1919 - Umbenennung der Geologischen Reichsanstalt in Geologische Staatsanstalt

1922 - Umbenennung der Geologischen Staatsanstalt in Geologische Bundesanstalt

1939 - Eingliederung der Geologischen Bundesanstalt nach vorübergehender Umbenennung in Geologische Landesanstalt für Österreich in das "Reichsamt für Bodenforschung (Berlin)" als Zweigstelle Wien dieser Organisation.

1944/45 - Das Dienstgebäude erleidet schwere Bombenschäden, die Bibliothek und die Kartensammlung werden außerhalb von Österreich in Weinkeller verlagert. Dem Befehl zur Vernichtung des Archivs wurde nicht nachgekommen, sodass ein Großteil der Bestände erhalten geblieben ist.

1950 - Einführung des neuen alphabetischen Zettelkataloges mit dem "Internationalen Format" auf der Grundlage der "Preussischen Instruktionen (PI)". Der "alte Zettelkatalog" im alten Format wird nur mehr sporadisch weiter geführt.

1955 - Der Wiederaufbau des Dienstgebäudes (Palais Rasumofsky) wird abgeschlossen. Die Bibliothek erhält neue Bücherdepots im Gartentrakt. Das Lager für den Verlag wird ebenfalls dorthin verlagert.

1972 - Ein neuer Schlagwortkatalog mit "Österreich-Dokumentation" wird begonnen.

1974 - Die Bibliothek (Leseraum und Bibliotheksarbeitsplätze) übersiedeln in den "Friedrich-Mohs-Saal" im Gartentrakt

1975 - Die Kartensammlung — sie wurde bis 1974 von der Zeichenabteilung verwaltet — wird mit der Bibliothek vereinigt.
Die erste geowissenschaftliche Datei der Geologischen Bundesanstalt GEOKART wird unter der Leitung von W. SCHNABEL begonnen.

1978 - Innerhalb der Bibliothek wird eine Spezialsammlung für unveröffentlichtes Material (Manuskripte i.w.S.), das so genannte Wissenschaftliche Archiv der Bibliothek, gegründet.
Die Titelaufnahmen nach der Preussischen Instruktion (PI) wird eingestellt. Es wird ein den RAK ähnliches Titelaufnahmeschema für alle von der Bibliothek zur verwaltenden Dokumente und Werke eingeführt. Da die "preussische Ordnung" der Titel beibehalten werden muss, wird ein spezieller Körperschaftenkatalog (Gebietskörperschaften, Institutionen und Kongresse) gegründet.

1979 - GEOLIT wird als weitere bibliographische Datei der Geologischen Bundesanstalt eingerichtet. Das erste Ziel dieses Vorhabens war es, die "Bibliographie geowissenschaftlicher Literatur über Österreich" computergestützt zu erstellen.

1986 - Der Beethoven-Saal im Gartentrakt wird zu einem Lesesaal der Bibliothek mit Verkaufsstand des Verlages eingerichtet.

1989 - Alle Zettelkataloge werden definitiv eingestellt. Sie werden durch die Dateien GEOKART, GEOLIT and GPV ersetzt.

1993/94 - Ein neues Ablagesystem ("system compactus") für die Kartensammlung, für das Kartenarchiv und für die Graphische Sammlung wird im Mohs-Saal eingerichtet.

1995 - Die Graphische Sammlung wird für jenes wertvolle Material eingerichtet, welches weder in die Kartensammlung noch in das Wissenschaftliche Archiv passt.

1996 - Ein CD-ROM-Server mit Ultra*NET2-Sofware wird eingeführt, um die geowissenschaftliche bibliographische Information erheblich zu verbessern; z.B. wird GEOREF für jeden GBA-Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt.

1998 - GEOBASE AUSTRIA: Der weltweite Zugang zu den GBA-Dateien GEOKART, GEOLIT und GPV über Internet wird auf der Homepage der Geologischen Bundesanstalt (www.geologie.ac.at) eingerichtet.

1999 - 150 Jahre Geologische Bundesanstalt

2000 - Die Fachabteilungen Bibliothek und Verlag, Geodatenzentrale und Zentralarchiv (Wissenschaftliches Archiv) werden in ein neu adaptiertes Gebäude der ehemaligen Veterinärmedizinischen Universität Wien ("Tongasse") übersiedelt.

Impressum   Letzte Änderung am 31.01.2008   Home