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In den tektonisch tiefsten Teilen
des Tauernfensters, sozusagen im Kern der Ostalpen, ist ein Rest
des ursprünglichen, kristallinen Untergrunds des "Alten Europa" erhalten
geblieben. Verursacht durch die alttertiäre Einengungstektonik wurde dieser zu
den Kristallinkomplexen der Hohen Tauern und der Zillertaler Alpen geformt und
tritt unter dem darübergeschobenen Deckenstapel aus penninischen Sedimenten und
Gesteinen des Ozeanbodens wieder zutage. Diese Kristallinkomplexe bestehen aus
metamorphen Gesteinen des Paläozoikums, in die während der variszischen
Orogenese große Massen granitischer Schmelzen (die heutigen Zentralgneise)
eingedrungen sind. Auf dieser variszisch verfestigten, kontinentalen Kruste
wurden später jungpaläozoische und mesozoische Sedimente abgelagert.
Sowohl kristalline
Gesteine als auch auflagernde Sedimente wurden im Zuge der jüngsten
Metamorphose in den Ostalpen, der "Tauernkristallisation", bei einem
Druck von bis zu 20 Kilobar auf Temperaturen bis nahe 600°C
aufgeheizt. |