DIE SÜDALPEN:
EIGENSTÄNDIG UND DOCH VERWANDT

Am Wolayer See in den Karnischen Alpen

Trilobitenpanzer (ca. 1 cm groß) aus dem Karbon von Nötsch (Ktn.)

 

Der österreichischen Anteil des Gebietes südlich des Periadriatischen Lineaments, die Karnischen Alpen und die Südkarawanken, gehört bereits zu den Südalpen.  Viele Gipfel dieser oft bizarren Bergketten sind weit über 2000 m hoch. Die Landschaft ist, ähnlich wie in den Nördlichen Kalkalpen, geprägt vom engen Nebeneinander karbonatischer Gesteine, die schroffe Formen und hochaufragende Bergstöcke bilden, und schiefrigen Gesteinen mit sanfteren Formen.

Beide Gebirgszüge haben aufgrund ihrer fossilreichen paläozoischen Gesteinsfolgen Weltberühmtheit erlangt. So ist es an vielen Stellen möglich, den über 200 Millionen Jahre langen Zeitabschnitt vom Ordoviz bis zum Ende des Perms mit Fossilien fast lückenlos zu belegen. Durch eine Schichtlücke im Oberkarbon manifestiert sich aber auch hier, so wie in vielen anderen Gebieten, die variszische Gebirgsbildung. Nach dieser Umbruchszeit begann mit der Meeresüberflutung im jüngsten Karbon und Perm der alpidische Sedimentationszyklus. Die mesozoische Schichtfolge, die, mit Ausnahme des Gartnerkofels in den Karnischen Alpen, nur in den Südkarawanken entwickelt ist, reicht bis in die jüngste Trias.

Trotz gewisser Eigenheiten der südalpinen Schichtfolge (z.B. die Vulkanite der Mitteltrias) ist eine Verwandtschaft mit den Riffen und Lagunen der Nördlichen Kalkalpen unübersehbar. In den südlich angrenzenden Regionen Friauls, Sloweniens und der Südtiroler Dolomiten sind die Gesteine der südalpinen Trias  landschaftsprägend.

 

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