GRAUWACKENZONE & CO:
ERZREICH UND URALT

Die wiesenreiche Landschaft der Grauwackenzone. Im Hintergrund das Kitzbüheler Horn.

Der ursprüngliche Zusammenhang zwischen der permomesozoischen Schichtfolge der tirolischen Kalkalpendecken und ihrer älteren Unterlage, der Grauwackenzone, ist meist tektonisch überformt, stellenweise aber noch vorhanden. Der Name dieser Zone leitet sich von ihrem sandig-tonigen Hauptgestein, der Grauwacke, ab, welche die weiche, wiesenreiche Landschaft aufbaut. Weiters finden sich vulkanische Gesteine sowie abwechslungsreiche Karbonatfolgen, die unter anderem von riffbildenden Organismen stammen. Die ältesten Gesteine wurden - das ist durch Mikrofossilien bewiesen - am Beginn des Ordoviz vor fast 500 Millionen Jahren abgelagert, verschiedene Makrofossilien belegen den Zeitabschnitt vom Silur bis in das Karbon.

 

Kupfererz (Chalkopyrit) vom Mitterberg, Salzburg.

Magnesit von Veitsch, Steiermark.

Neben der Grauwackenzone gibt es noch andere tektonische Einheiten, die aus vergleichbaren paläozoischen Gesteinsserien aufgebaut sind und auch eine entsprechende tektonische Position im alpinen Deckenbau einnehmen. So findet man in der Umgebung von Graz, bei Murau und nördlich von Klagenfurt Gesteine, deren metamorphe Überprägung so gering ist, dass auch hier eine weitgehend vollständige Schichtfolge vom Ordoviz bis in das Oberkarbon rekonstruiert werden kann. Diese Meeresablagerungen werden im jüngsten Karbon und Perm von terrestrischen Gesteinen überlagert, wobei sich mancherorts Reste der ehemals noch darüber folgenden Schichtfolge - vor allem Karbonatgesteine der Trias, z. B. am Krappfeld in Kärnten - erhalten haben.

Die Grauwackenzone und ihre Äquivalente sind wegen ihrer zahlreichen Eisen-, Kupfer- und Fahlerzlagerstätten berühmt (Steirischer Erzberg, Radmer/Stmk.; Mitterberg/Sbg., Schwaz/T., Arzberg bei Weiz/Stmk., usw.). Magnesit wird noch heute zur Herstellung von feuerfesten Materialien gewonnen (Breitenau am Hochlantsch/Stmk.).

 

Steirischer Erzberg bei Eisenerz.

 
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