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Schlierhügelland in der Molassezone bei Strengberg, N.Ö. |
Ölpumpe sog. "Ja-Sager" bei Bockfließ im nördlichen Wiener Becken, N.Ö. |
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Die Molassezone, die geographisch gesehen dem Alpenvorland entspricht, begleitet die Alpen im Norden über ihre gesamte Länge und bedeckt auch den Ostrand der Böhmischen Masse. Sie enthält bis 5000 m mächtige Abfolgen von vorwiegend marinen, z.T. auch brackischen oder im Süßwasser entstandenen Ablagerungen des Obereozäns bis zum jüngeren Miozän. Das Kristallinmassiv der Böhmischen Masse setzt sich mitsamt seiner örtlich erhaltenen Auflage aus Sedimentgesteinen des Karbons, Perms, des Jura und der Kreide unter der südlich und östlich anschließenden Molassezone fort. Durch Tiefbohrungen sind die kristallinen Gesteine sogar noch unter den Kalkalpen nachgewiesen. Überwiegend bestehen diese aus den Abtragungsprodukten älterer Gesteine des in Hebung begriffenen Alpenkörpers im Süden und zum geringeren Teil auch der Böhmischen Masse. Schotter, Sande und Tone wurden in unterschiedlichen Sedimentationsräumen wie Deltas, Küsten und Schelfgebieten abgelagert, aber auch tiefmarine Bildungen vom Kontinentalhang, aus submarinen Canyons und aus tiefen Beckenbereichen sind wesentlich beteiligt. Bei der Entstehung der tiefmarinen Ablagerungen spielten Umlagerungsprozesse, vergleichbar mit submarinen Muren und Sedimentlawinen eine große Rolle. Der für die Molassezone so typische Schlier, ein mergeliger, meist feinsandiger Schluff, wurde auf den Schelf-, z.T. auch in den Beckenbereichen gebildet. In den Brack- und Süßwassersedimenten finden sich wirtschaftlich bedeutende Braunkohleflöze, die in ausgedehnten Sumpfgebieten entstanden sind (z.B. ehemaliger Bergbau Ampflwang am Hausruck/O.Ö.). |
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Großaufschluß in jungtertiärem Schlier,in einem Prallhang des Vöcklaflusses, O.Ö. | |
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Auch die Inneralpinen Becken wie das Wiener Becken, das Steirische Becken, das Pannonische Becken (von dem ein kleiner Anteil auf österreichischem Gebiet liegt), das Klagenfurter Becken und noch einige kleinere Becken sind vor allem mit Erosionsprodukten der Alpen gefüllt. Diese Sedimente sind mit jenen der Molassezone vergleichbar. So treten auch hier Kohleflöze auf, z. B. bei Köflach und Voitsberg im Weststeirischen Becken. An den Beckenrändern wurden vielerorts Kalkgesteine abgelagert. Der Leithakalk z.B. besteht zum größten Teil aus Skelettfragmenten von kalkabscheidenen Rotalgen und war einer der wichtigsten Bausteine für den Stephansdom und die Prachtbauten der Wiener Ringstraße. Heute dient er u.a. als Rohstoff für die Zementindustrie. |
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Die Staatsoper in Wien, ein Beispiel für ein Gebäude aus Leithakalk. | |
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Poröse Gesteine im Untergrund der Molassezone und des Wiener Beckens bergen die Hauptvorkommen von Kohlenwasserstoffen in Österreich. Gegenwärtig werden pro Jahr rund eine Million t Erdöl und eine Milliarde m3 Gas gefördert. Im Wiener Becken liegen die Öl führenden Speichergesteine in 900-2000 m Tiefe. Bis 1958 war Österreich in der Lage, sich zur Gänze mit eigenem Erdöl zu versorgen. Die Landschaften dieser jungen (tertiären) Sedimentbecken heben sich durch sanfte, hügelige Geländeformen, bedingt durch die relative Weichheit der noch unvollständig verfestigten Gesteine, von ihrer Umgebung ab. Weite Flächen sind durch eiszeitliche Lockersedimente (Moränen, Flußterrassen, Löss) überdeckt, so vor allem im Umfeld der Donau und ihrer Zubringerflüsse aus den Alpen. Ihnen kommt große praktische Bedeutung für die Gewinnung von Baurohstoffen und als Grundwasserspeicher zu. Die Tertiär- und Quartärlandschaften sind jene Gebiete Österreichs, die für Besiedlung, Wirtschaft und Landwirtschaft von entscheidender Bedeutung sind.
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