DIE FLYSCHZONE:
SCHLAMMLAWINEN IN DIE TIEFSEE

Eine typische Ablagerung des nördlichen Beckenbereiches des Penninischen Ozeans sind die "Flyschgesteine" der Oberkreide und des Alttertiärs, welche die Flyschzone auf-bauen.
Die sanft hügelige, sandsteinreiche Mittelgebirgslandschaft, zu der unter anderem der Wienerwald gehört, lässt kaum erahnen, wie bewegt ihre geologische Geschichte ist. Lawinenartig stürzten während der Oberkreide bis in die Paleozänzeit große Mengen an Lockermaterial vom Schelfrand in die Tiefsee, wo sie dicke Stapel von Sandsteinen, Siltsteinen, Tonsteinen und Mergeln bildeten, die sich in charakteristischer Weise wiederholen.

Im Verlauf der alpinen Gebirgsbildung wurden die Gesteine der Flyschzone nach Norden auf das Helvetikum überschoben und  anschl-ießend selbst, von Süden her, von den Kalkalpen überfahren. Den Beweis dafür liefern Bohrungen, z.B. die 1978/79 abgeteufte Tiefbohrung "Berndorf 1" in Niederösterreich, wo unter den Kalkalpen in 5640m Tiefe die Flyschzone angetroffen wurde. 

Bewaldete Hügelzüge der Flyschzone (Aurachtal, O.Ö.); im Hintergrund die Kalkalpen.

Flysch-Steinbruch bei Rabenstein an der Pielach (N.Ö.) mit tektonisch steil aufgerichteten Sandstein-Mergel  Wechselfolgen.   Spurenfossilien (Freß- und Wohnbauten) von Meeresbodenbewohnern sind häufig an Schichtflächen in den sandig-mergeligen Sedimenten der Flyschzone  erhalten.

Die Sandsteine der Flyschzone hatten früher beträchtliche wirtschaftliche Bedeutung.
Sie wurden u.a. von Otto Wagner, um die Jahrhundertwende für den Bau der Wiener Stadtbahn (heute integriert in die U_Bahnlinien U 4 und U 6) und die Wientalverbauung verwendet.

  Flyschsandsteine als Baumaterial bei der Wientalverbauung in Wien.

   
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