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Die Kogelsteine nahe Eggenburg (N.Ö.) entstanden durch "Wollsackverwitterung". |
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| Das große Naarntal - eine typische Kuppenlandschaft des kristallinen Grundgebirges im Mühlviertel (O.Ö). | ||
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Die waldreiche Mittelgebirgslandschaft nördlich der Donau gehört zur Böhmischen Masse. Auf Satellitenbildern ist dieser ausgedehnte Gebirgsrumpf an seiner annähernd rautenförmigen Gestalt im Herzen Mitteleuropas leicht zu erkennen. Die Böhmische Masse erstreckt sich vom Wald- und Mühlviertel nach Bayern, Böhmen, Mähren und weiter bis nach Sachsen und Schlesien. Südlich der Donau baut sie den Sauwald in Oberösterreich und den Dunkelsteiner Wald im Süden der Wachau auf. Die Böhmische Masse gehörte zum nördlichsten Teilstück - genannt "Armorika" - des ehemaligen Kontinents Gondwana. Armorika wurde im Altpaläozoikum von Gondwana abgetrennt und im Karbon, im Verlaufe der variszischen Gebirgsbildung, mit der Baltischen und Osteuropäischen Platte verschweißt. Die Böhmische Masse ist ein Teil jenes variszischen Gebirgsgürtels, zu dem Teile der Iberischen Halbinsel und Frankreichs (das Armorikanische Massiv mit Bretagne und Normandie, Französisches Zentralmassiv, Vogesen) sowie der Schwarzwald gehören. Heute bilden die bis auf den Kristallinsockel abgetragenen Reste dieses Gebirges liebliche Mittelgebirgslandschaften, hügelige Weiten und herbe Hochflächen mit tief eingeschnittenen, waldreichen Tälern. |
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Rehberger Amphibolit, ein charakteristisches Gestein im östlichen Moldanubikum. |
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Nach dem tektonischen Bauplan wird die Böhmische Masse auf österreichischem Gebiet in die moldanubische Zone im Westen und die moravische Zone im Osten gegliedert. Beide Einheiten bestehen aus kristallinen Gesteinen die durch die Umwandlung (Metamorphose) von Sedimentgesteinen und erstarrten Gesteinsschmelzen (magmatische Gesteine) des Jungproterozoikums und Altpaläozoikums entstanden sind. Sie zeichnen sich jedoch durch einen unterschiedlich hohen Grad der Metamorphose aus. Die Gesteine des Moldanubikums wurden unter sehr hohem Druck, wie er in Erdtiefen bis 25 km herrscht, und Temperaturen bis 770o C zu Paragneisen, Migmatiten, Amphiboliten, Marmoren, Quarziten und Orthogneisen - kurz zu Metamorphiten - umgewandelt. Granulite sind aus noch größeren Tiefen und fremdartige Gesteinskörper (Eklogite) sogar aus ca. 80 km hochgestiegen, wo sie Temperaturen von rund 1000o C ausgesetzt waren. Diese Gesteinskomplexe wurden während der variszischen Gebirgsbildung übereinandergestapelt, ähnlich wie das in den Alpen rund 250 Millionen Jahre später geschah. Dabei kamen die ursprünglich tiefstgelegenen Komplexe mit den höchstmetamorphen Gesteinen in tektonisch oberster Position zu liegen. Das Gesteinsinventar des Moravikums unterscheidet sich von dem des Moldanubikums durch den niedrigeren Metamophosegrad und einen höheren Anteil von vorvariszischen Granitgneisen. Diese bilden die Kerne von Decken, die dem 580 Millionen Jahre alten Thaya-Granit auflagern. Auf Grund von Hinweisen auf eine noch ältere - die sogenannte "cadomische" - Orogenese in den Gesteinen des Moravikums, wird dieses als variszisch überformter, westlichster Teil des "Brunovistulikums" angesehen. Dabei handelt es sich um ein cadomisch geprägtes Krustensegment, das vom Untergrund des Weinviertels über Brünn bis unter die Karpaten und im Norden bis ins südliche Polen reicht. Während der variszischen Orogenese sind im Moldanubikum - anders als im Moravikum - vor 350 bis 300 Millionen Jahren granitische Schmelzen von gewaltigem Ausmaß eingedrungen und erstarrt. In weiterer Folge wurden die ursprünglich weit voneinander entfernten Einheiten übereinander geschoben. Dabei wurde das Moldanubikum auf flachen Bewegungsbahnen in nordöstlicher Richtung auf das Moravikum bewegt. |
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Weinsberger Granit aus dem Naarntal, O.Ö., ein
variszischer Granit im Moldanubikum. Das Gestein ist bekannt für seine großen Feldspatkristalle. |
Der Weitersfelder Stengelgneis gehört zum Moravikum. Wegen der linsenförmig ausgewaltzten Feldspatkristalle spricht man auch von "Augengneis". | ||
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Die Granite und Gneise der Böhmischen Masse werden in zahlreichen Steinbrüchen (z.B. Mauthausen/O.Ö., Gmünd/N.Ö.) abgebaut und vornehmlich für Straßenpflasterungen verwendet. Marmor wird häufig als Dekorstein gebrochen, stellenweise gab es auch Graphitgruben. Wirtschaftliche Bedeutung haben außerdem die Kaolin-Vorkommen (z.B. Schwertberg/O.Ö), die als Verwitterungsprodukt der Kristallingesteine im zeitweise feuchtwarmen Klima der Tertiärzeit entstanden sind. Kaolin wird in der Keramik-, Papier- und Glasindustrie benötigt.
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